Auszeichnung für UKE-Nierenforscherin Dr. Felicitas Hengel
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Der älteste Medizinpreis Deutschlands ist erstmals seit 14 Jahren wieder nur an eine Wissenschaftlerin verliehen worden: Der mit 15.000 Euro dotierte Dr. Martini-Preis ging an Dr. Felicitas Hengel aus der III. Medizinischen Klinik und Poliklinik des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) für ihre Forschungsarbeit zur Anti-Nephrin-vermittelten Podozytopathie – einer Autoimmunerkrankung der Niere.
Die Anti-Nephrin-vermittelte Podozytopathie ist eine Autoimmunerkrankung der Niere, die die Minimal-Change-Erkrankung (MCD), die primären fokal-segmentalen Glomerulosklerose bei Erwachsenen und das Idiopathische Nephrotische Syndrom bei Kindern umfasst. Bei diesen Erkrankungen führt eine gestörte Filtrierung des Bluts an der Blut-Urin-Schranke der Niere zu einem massiven Verlust von Eiweißen in den Urin. Der resultierende Eiweißmangel wiederum verursacht Fettstoffwechselstörungen, Bildung von Blutgerinnseln, Immunschwäche und Flüssigkeitsansammlungen im Körper. Bislang war die Ursache dieser Erkrankungen weitestgehend unbekannt und die Klassifikation erfolgte mit Hilfe von deskriptiven histopathologischen (feingeweblichen) Nierenuntersuchung ohne Einteilung nach den eigentlichen Erkrankungsursachen. Die Preisträgerin entwickelte nun unter anderem ein neues Testverfahren zur verlässlichen Quantifizierung von Anti-Nephrin-Autoantikörpern und konnte so die Anti-Nephrin-Autoantikörper als Auslöser der Erkrankung nachweisen.
„Mit ihrer Arbeit trägt Dr. Felicitas Hengel zu einem neuen Verständnis der Ursache dieser Autoimmunerkrankung der Niere bei. Sie ebnet den Weg für eine präzisere Diagnostik, eine genauere Prognose und die Entwicklung neuer, ursachengerechter Therapien für betroffene Patienten in der Zukunft. Zugleich zeigt ihre Forschung beispielhaft, wie Erkenntnisse aus dem Labor gezielt in die medizinische Versorgung von Patienten gelangen können“, sagt Prof. Dr. Blanche Schwappach-Pignataro, Dekanin der Medizinischen Fakultät und UKE-Vorstandsmitglied.
„Mit dem Dr. Martini-Preis fördern wir die Medizin der Zukunft. Der Preis zeichnet wissenschaftliche Arbeiten aus, die neue Antworten auf aktuelle medizinische Fragestellungen liefern und die Versorgung von Patienten nachhaltig verbessern. Ich danke dafür den Spendern des diesjährigen Preisgeldes, Eva-Maria und Wolfgang Peter Greve, sagt Prof. Dr. Samuel M. Huber, Vorsitzender des Kuratoriums der Dr. Martini-Stiftung und Direktor der I. Medizinischen Klinik und Poliklinik des UKE.
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