Die DKG hat ihre Forderungen zum Klimaschutz im Krankenhaus in einem Positionspapier zusammengefasst
©Sutthiphong - stock.adobe.com

DKG fordert Krankenhaus-Klimaschutzfonds

/ KTM-Redaktion / Gesundheitspolitik

Mit einem Positionspapier hat die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) ihre Forderungen zum Klimaschutz im Krankenhaus veröffentlicht. Dabei erkennt der Verband ausdrücklich die Rolle der Krankenhäuser als Energie-Großverbraucher an und betont zugleich das daraus erwachsende Potenzial zum Klimaschutz. Die Sicherung der Energieversorgung für Krankenhäuser sei nicht nur notwendig für eine zeitgemäße Patientenversorgung, sondern auch ein Zukunftsthema im Rahmen der Energiewende in Deutschland.

Klimaschutz solle als ein vorrangiges Ziel im Krankenhausfinanzierungsgesetz verankert werden, so der Verband. Die DKG fordert einen Krankenhaus-Klimaschutzfonds, um dringend notwendige Investitionen in den klimaschutzgerechten Umbau der Kliniken zu ermöglichen. Darüber hinaus müssten zahlreiche gesetzliche Einzelregelungen um den Klimaschutzaspekt ergänzt werden, etwa um weitere Vorhaben zu finanzieren oder um Bürokratie abzubauen, heißt es in dem Papier. Klimaschutz sollte sich außerdem in der Personalstruktur niederschlagen: Aus- und Fortbildung von Klimaschutzmanagern sollen gefördert werden.

„Ein einziges Krankenhausbett verbraucht im Durchschnitt so viel Energie wie vier Einfamilienhäuser. Der hohe Bedarf an Wärme, Licht und Energie für die zahlreichen Geräte der hochmodernen Medizin machen Krankenhäuser zu Großverbrauchern. Rund 1,5 Milliarden Euro gibt der Krankenhaussektor pro Jahr für seinen Energiebedarf aus. Je nach Studie liegt der Anteil der Kliniken an den Treibhausgas-Emissionen zwischen 5,2 und 6,7 Prozent. Einsparungen bei Energie und Treibhausgasemissionen im Krankenhausbereich werden daher einen signifikanten Beitrag zum Klimaschutz leisten können und zugleich langfristig Kosten im Gesundheitssystem reduzieren“, so die stellvertretende Vorstandsvorsitzende der DKG, Prof. Dr. Henriette Neumeyer. Notwendig dafür seien aber Investitionen. Die Bundesländer seien über die vergangenen Jahrzehnte kaum ihrer Pflicht nach vollständiger Investitionskostenfinanzierung für die Krankenhäuser nachgekommen. Auch auf anderen Wegen hätten die Kliniken keine Möglichkeit gehabt, klimaschutzgerechte Investitionen zu finanzieren. Vielerorts würden veraltete Heizkessel arbeiten, oder es gehe Energie durch schlecht gedämmte Fassaden verloren. „An einem Klimaschutzfonds für Krankenhausinvestitionen führt daher kein Weg vorbei“, betonte Neumeyer.


Die Krankenhäuser müssen sich darüber hinaus selbst für den Klimawandel rüsten. Dabei gehe es vor allem darum, Patienten genauso wie Beschäftigte vor Hitze zu schützen, so die DKG. Für längere Hitzeperioden seien die meisten Krankenhäuser allerdings nicht gerüstet, gekühlte Räume noch immer die Ausnahme in deutschen Kliniken. Neumeyer: „Die Raumtemperatur beeinflusst den Heilprozess, überhitzte Krankenzimmer im Sommer sind also nicht nur ein Komfortproblem. Mit bisherigen Mitteln wie Verschattung, Ventilatoren und Kühlakkus können Krankenhäuser den neuen Herausforderungen nicht mehr begegnen. Gebäudehüllen zu ertüchtigen und moderne Kühltechnik einzubauen, die den Treibhausgasausstoß nicht weiter erhöht, sondern erneuerbare Energien wie Photovoltaik nutzt, sind notwendige Voraussetzungen für sichere Bedingungen den Krankenhäusern.“ Man könne den Beschäftigten dauerhaft keine überhitzten Arbeitsplätze zumuten. Sie müssten jederzeit für die Patienten da sein – verschobene Behandlungen oder hitzebedingte Betriebseinschränkungen seien keine verlässliche Lösung.

Als weitere Anpassungen gesetzlicher Rahmenbedingungen fordert die DKG unter anderem die Überprüfung der gesetzlichen und normativen Regelungen zur Bauplanung und -sanierung auf Hindernisse für Klimaschutzmaßnahmen und die Einleitung notwendiger Änderungen, die Förderung einer nachhaltigen und patientenzentrierten Ernährung im Krankenhaus oder die Anpassung der Verfahrensvorschriften zur Vergabe für Produkte und Dienstleistungen, um diese stärker an Klimaschutzkriterien ausrichten zu können.

Das Positionspapier steht auf der Website der DKG zum Herunterladen bereit.