EKK plus und AGKAMED sind fusioniert
/ KTM-Redaktion / Wirtschaft
Die erste große Fusion im Markt der Einkaufsgemeinschaften für Krankenhäuser ist realisiert. Mit einer einheitlichen Geschäftsführerbestellung und einer gemeinsamen Führungsmannschaft gelingt der zentrale Integrationsschritt von EKK plus und Agkamed. Nachdem am 6. März der Kaufvertrag zur Übernahme der freien Anteile unterzeichnet wurde, haben zwischenzeitliche nahezu alle Gesellschafter der Agkamed einem Anteilstausch zugestimmt und damit den eingeschlagenen Weg Klarheit bestätigt.
„Wir waren in den vergangenen Monaten beeindruckt von der stetigen Konsequenz, mit der beide Teams diesen Prozess gemeinsam gestaltet haben – mit einem klaren Ziel vor Augen und dem Willen erfolgreich zu sein“, erklären die Vorsitzenden der beiden Aufsichtsräte, Achim Neyer und PD Dr. Thomas Menzel.
Seit dem 1. Mai gibt es eine gemeinsame Geschäftsführung für beide Unternehmen. 2026 ist bewusst als Übergangsjahr angelegt: Beide Gesellschaften bleiben rechtlich eigenständig und sind zu einer wirtschaftlichen Einheit verbunden – mit einheitlichem Weisungsrecht über alle Mitarbeitenden und gemeinsamen Teams in allen Bereichen. Die finale gesellschaftsrechtliche Integration ist zum 1. Januar 2027 vorgesehen.
Bereits seit Anfang April sind die beiden Einkaufsgemeinschaften als Verbund zusammengewachsen: Gemischte Teams und Abteilungen arbeiten organisationsübergreifend zusammen, die Leitung erfolgt durch ein paritätisch besetztes Leitungsgremium, das gleichberechtigt über strategische und operative Fragen entscheidet.
Die Geschäftsführung besteht aus drei Personen und wird für das Übergangsjahr 2026 über Kreuz berufen: Sonja Rüger, Marcel Opperbeck und Nils Dehne. Der aktuelle Stand des Fusionsprozesses spiegelt sich bereits optisch wider – auf Webseiten, in E-Mail-Signaturen und Briefbögen. Für den gemeinsamen Auftritt wird der Logozusatz „im Verbund“ verwendet.
Mit dem neuen gemeinsamen Standort in Düsseldorf soll ein zentraler Treffpunkt für Mitarbeitende, Mitgliedseinrichtungen und Partner aus dem gesamten Bundesgebiet geschaffen werden. Die EKK plus hat die Räumlichkeiten bereits Anfang Mai bezogen, die Agkamed folgt zum 1. Juli.
Organisationstruktur und Führungsteam stehen fest
Das fusionierte Unternehmen ist in klar definierten Fachbereichen aufgestellt: Die Bereiche Digitalisierung & Lösungen, Einkauf & Beschaffung sowie Mitglieder & Akquise (derzeit im weiteren Aufbau) bilden das gemeinsame Leistungsspektrum. Der Pharmabereich fungiert dabei als zentraler Ankerpunkt – sowohl als verlässliche Versorgungsstruktur für die Mitgliedshäuser als auch als größtes Akquisitionspotenzial im Markt.
Ein besonderes Augenmerk wird das fusionierte Unternehmen auf die Beibehaltung der hohen Dienstleistungsqualität mit einer eigenständigen und erweiterten Vergabeabteilung legen. „Das ist aus unserer Sicht ein echtes Alleinstellungsmerkmal im deutschen Markt, dass wir so auf jeden Fall weiterführen werden“, so die Geschäftsführung.
Auch die klinische Pharmazie bleibt ein zentraler Baustein der Organisation und wird in der neuen Organisationsstruktur noch enger mit dem Pharmabereich zusammenarbeiten, um die Beratung, Betreuung und Weiterentwicklung unserer Apotheken gemeinsam zu gestalten.
Zwei wesentliche Elemente sind der gemeinsamen Geschäftsführung besonders wichtig: Die enge Einbindung der Krankenhäuser soll bestehen bleiben und weiter ausgebaut werden – sowohl operativ als auch strategisch. Der zweite Schwerpunkt liegt auf Digitalisierung und einheitlicher Datenerfassung: „Die bisherige Aufstellung und die Fusion geben uns die Kraft, zu echten Innovationstreibern im Markt zu werden“, so die Geschäftsführung.
Auch für Industriepartner schafft die neue Struktur verlässliche Rahmenbedingungen und klare Ansprechpartner. Durch die Bündelung von Einkaufskompetenz, die Stärkung datengetriebener Lösungen sowie die enge Verzahnung mit den Mitgliedshäusern entstehen zusätzliche Potenziale für strategische Partnerschaften und innovative Versorgungsansätze. Ziel ist es, gemeinsam mit der Industrie nachhaltige, wirtschaftliche und qualitativ hochwertige Lösungen für das Gesundheitswesen weiterzuentwickeln. Deshalb wird es zukünftig eine eigene Abteilung für das Thema Lieferantenstrategie geben, die unter der Federführung von Kreshnik Vladi bestehende Partnerschaften systematisch weiterentwickeln und ausbauen wird.
Dieser Beitrag stammt aus dem KTM-Newsletter im Mai 2026. Melden Sie sich hier kostenlos an, um keine News aus der Branche mehr zu verpassen!