Referenten des Seminars Hospital at Home
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Ist das Krankenhaus von morgen zuhause?

/ KTM-Redaktion / Seminar

Neue Versorgungsmodelle werden im deutschen Gesundheitssystem dringend gebraucht. Schon jetzt wird es von steigenden Kosten, einem begrenzten Angebot an Fachkräften und einer alternden Bevölkerung bestimmt. Trotz aller Reformansätze ist ein „großer Wurf“ bisher nicht gelungen, sektorale Grenzen stellen oft schwer zu überwindende Hürden für eine patientenzentrierte Versorgung dar. Im europäischen und nichteuropäischen Ausland hat sich ‚Hospital at Home‘ (H@H), also die stationsäquivalente Versorgung von Patienten in ihrer häuslichen Umgebung, zum Teil bereits etabliert.

Im medhochzwei Online-Seminar am 24. März mit rund 120 angemeldeten Teilnehmern kamen dazu Praktiker, Unterstützer und Wissenschaftler zu Wort. Den Anfang machten Anna-Lena Brecher, Autorin der Studie ‚Hospital@Home – Ein innovatives Versorgungskonzept für die Gesundheitsversorgung der Zukunft‘ und Prof. Dr. Volker E. Amelung, Projektleiter der Studie. Nach einer Einführung in das Studiendesign ging es um die beiden Ansätze ‚Admission Avoidance‘ ‚Early Discharge‘, die in H@H-Modellen zum Einsatz kommen, um geeignete Indikationen und Themen wie Patientenzufriedenheit, Lebensqualität und Kosten im Zusammenhang mit H@H-Programmen. Im Ergebnis zeigt die Studie, dass in Hospital at Home-Programmen gleiche oder bessere Behandlungsoutcomes bei gleicher oder kürzerer Verweildauer und gleichen oder niedrigeren Wiederaufnahmeraten erzielt werden können – bei größerer Patientenzufriedenheit und gesteigerter Lebensqualität sowie geringeren Kosten.

Georgina Krüger, Vorstandsvorsitzende des Vereins Hospital at Home Deutschland e.V., der das Seminar mit veranstaltet hat, ging danach auf strukturelle Hürden ein, die für die Umsetzung in Deutschland überwunden werden müssen.

Dr. Severin Pöchtrager, leitender Arzt und Initiator der Hospital at Home-Abteilung am Kantonsspital Baselland und der Klinik Arlesheim und Präsident der Swiss Hospital at Home Society, berichtete eindrücklich von den Erfahrungen einer Pionierklinik aus der Hospital at Home-Versorgung in der Nordwestschweiz und ging auf die Praxis der Patientenbetreuung im dortigen H@H-Programm ein.

Carsten Schmid, Experte für FHIR-basierte Interoperabilität und Head of Sales & Marketing bei der NursIT Institute GmbH, ging daraufhin auf die Frage ein, warum offene, standardisierte Plattformarchitekturen für neue Versorgungsformen wie Hospital at Home unverzichtbar sind. Zusätzlich ging es in seinem Beitrag um notwendige Zielarchitekturen und Möglichkeiten im Rahmen von KHVVG und KHTF für den Aufbau solcher Strukturen.

Einen ausführlicheren Nachbericht können Sie in der Ausgabe 5/6-2026 der Fachzeitschrift ‚Krankenhaus Technik + Management‘ nachlesen, die am 1. Juni 2026 erscheint.