Die Kinderneurologin Prof. Dr. Jutta Gärtner von der Universitätsmedizin Göttingen ist für ihre Forschung im Bereich neurometabolischer und neurodegenerativer Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen ausgezeichnet worden.
(v.l.n.r.:) Prof. Dr. Alfons Labisch (Beirat der Klüh Stiftung), Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller, Prof. Dr. Jutta Gärtner (Preisträgerin), Hans-Joachim Driessen (Vorstand der Klüh Stiftung), Roger Klüh (Beirat der Klüh Stiftung), Prof. Dr. Bettina Rockenbach (Laudatorin). ©Klüh Service Management/SKAISTE_KUSS

Kinderneurologin mit Forschungspreis ausgezeichnet

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Die Kinderneurologin Prof. Dr. Jutta Gärtner, Direktorin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin an der Universitätsmedizin Göttingen, ist jetzt mit dem mit 25.000 Euro dotierten Preis der Klüh Stiftung zur Förderung der Innovation in Wissenschaft und Forschung ausgezeichnet worden. Der Preis wurde ihr für ihre Forschung im Bereich neurometabolischer und neurodegenerativer Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen verliehen. Im Zentrum ihrer Forschung stehen seltene Erkrankungen wie kindliche Demenzerkrankungen oder die kindliche Multiple Sklerose. Ziel ihrer Arbeit ist es, die genetischen und molekularen Ursachen dieser Erkrankungen zu entschlüsseln und damit die Grundlage für neue therapeutische Ansätze zu schaffen.

Gärtner gilt als eine der führenden Wissenschaftlerinnen auf dem Gebiet der Neuropädiatrie. Sie studierte und promovierte in Medizin an der Université Catholique de Louvain in Belgien sowie an der Universität Hamburg. Anschließend forschte und arbeitete sie mehrere Jahre an der Johns Hopkins University School of Medicine und am Johns Hopkins Hospital in Baltimore, USA, bevor sie 1993 an die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf wechselte. Dort habilitierte sie sich 1995 und erwarb die Facharztanerkennung für Kinder- und Jugendmedizin. Seit 2002 leitet sie die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der Universitätsmedizin Göttingen.

Ein Schwerpunkt ihrer wissenschaftlichen Arbeit liegt in der Erforschung seltener neurometabolischer und neurodegenerativer Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter. Gemeinsam mit ihrem Team konnte sie zahlreiche genetische Ursachen dieser Krankheiten identifizieren und erste erfolgreiche Therapien schaffen. Darüber hinaus gründete sie 2008 zusammen mit Prof. Dr. Wolfgang Brück das Deutsche Zentrum für Multiple Sklerose im Kindes- und Jugendalter und leitet seit 2017 das Zentrum für Seltene Erkrankungen Göttingen (ZSEG). Als Sprecherin des Deutschen Zentrums für Kinder- und Jugendgesundheit (DZKJ) sowie Mitglied des Präsidiums der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina ist sie national wie international eng in wissenschaftliche Verbünde eingebunden. Zudem engagiert sie sich in zahlreichen Fachgremien, unter anderem in der Kommission für Arzneimittel für Kinder und Jugendliche des BfArM, im wissenschaftlichen Beirat der Von-Behring-Röntgen-Stiftung und im ärztlichen Beirat der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft.

Ihre herausragenden Forschungsleistungen wurden bereits vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Hamburger Wissenschaftspreis der Akademie der Wissenschaften in Hamburg, dem Gerhard-Hess-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dem Adalbert-Czerny-Preis der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin.