Mehrere Chirurgen im Operationssaal
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Konflikte im OP

/ Thomas Wytrieckus / Praxis-Tipp

Ein Beitrag von Thomas Wytrieckus, OP- und Personalmanagement

Konflikte gibt es in allen OP-Bereichen. Konfliktsituationen im OP sind gefürchtet – und einer der häufigsten Gründe für Arbeitsunzufriedenheit. Zu häufig werden Sätze wie „da musst du durch“, „stell dich nicht so an“ oder „nur die Harten kommen in den Garten“ gesagt und gehört. Personen in allen Berufsgruppen leiden unter Konfliktsituationen, viele werden davon nahezu verschlissen und ausgebrannt.

Diese Konflikte können grob in verschiedene Kategorien unterteilt werden.

Die Auslöser und Gründe sind unterschiedlich und vielfältig. Konfliktarten, die häufig vorkommen, sind u.a.:

  • Interessenkonflikte  – sie haben meist mit dem Status der Personen zu tun. Persönliche Interessen können dabei berufliche Interessen überlagern, was die Konfliktsituation noch verschärft.
    Beispiel: „Das Ende der Dienstzeit ist mir egal. Ich möchte, dass der Patient jetzt operiert wird, da ich noch einen privaten Termin habe“.
  • Sachverhaltskonflikte – sie entstehen aufgrund falscher bzw. unzureichender Informationen zu einem oder verschiedenen Sachverhalten. Sie sind im operativen Alltag ständig zu finden.
    Beispiel: „Herr Dr. Schraube, wir wussten nicht, dass der Patient in Seitenlage operiert werden soll. In der OP-Planung steht Rückenlage.“
  • Strukturkonflikte zeichnen sich durch gegebene Rahmenbedingungen, Hierarchiepositionen und verschiedene Organisationen ab. Diese sind auch mit verschiedenen Rollenkonflikten behaftet.
    Beispiel: „Kann Herr Dr. Schnorchel mir anordnen, dass ich als Anästhesiepflegekraft Überstunden mache? Ich muss das mit meiner Leitung besprechen!“
  • Sympathiekonflikte entstehen aus der emotionalen Zu- oder Abneigung gegenüber Ablehnung einer Person. Diese Konfliktart ist nicht selten und durch Angst, Neid, Missverständnisse und falsche Erwartungen geprägt. Gerade in der heutigen Zeit ist diese Konfliktart sehr häufig vorhanden und sollte nicht bagatellisiert werden.

Beispiel: „Ich möchte nur Schwester Rita an meiner Seite“ oder „Mit dem Dr. Klaus arbeite ich nicht mehr zusammen“.

Weitere Ergänzungen finde sie im Buch OP-Management Grundlagen, 6., neu bearbeitete und erweiterte Auflage

Tipp:
Prüfen sie, welchem Konflikt sie sich sofort widmen müssen, welchen sie „kalt“ werden lassen sollten und wie Konflikte positiv genutzt werden können. Der Umgang mit Konflikten und die Lösungsmethoden sind wichtige Parameter für die Organisations- und Unternehmenskultur des OP-Bereiches und des Krankenhauses. Die Nichtbeachtung oder Bagatellisierung führt oft zu weiteren Problemen.

Dieser Beitrag stammt aus dem KTM-Newsletter im September 2026. Melden Sie sich hier kostenlos an, um keine News aus der Branche mehr zu verpassen!