MedTech-Verbände fordern tiefgreifende Reformen
/ KTM-Redaktion / Medizintechnik
Mit dem Auftakt des MedTech-Dialogs im Bundesgesundheitsministerium (BMG) mit Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) beginne ein zentraler Prozess für die Weiterentwicklung der Medizintechnik in Deutschland, hieß es im Anschluss an das Treffen von den vier Branchenverbänden BVMed, Spectaris, VDGH und ZVEI. Man sehe darin die Chance, die strukturellen Herausforderungen der Medizintechnik-Branche gemeinsam anzugehen und somit sowohl den MedTech-Standort als auch die Versorgung von Patientinnen und Patienten zu stärken.
„Wir brauchen den Mut zu tiefgreifenden und strategischen Reformen, damit Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit als Medizintechnik-Innovationsstandort gestärkt wird“, so die Geschäftsführer der Verbände, Dr. Marc-Pierre Möll (BVMed), Jörg Mayer (Spectaris), Dr. Martin Walger (VDGH) und Hans-Peter Bursig (ZVEI).
Nach der Auftaktveranstaltung zur Pharma- und Medizintechnikstrategie am 12. November im Kanzleramt starteten am 26. November 2025 die Arbeiten in der Arbeitsgruppe 6 – Medizintechnik und Medizinprodukte – mit einem Roundtable im BMG. An dem übergreifenden Format nehmen unter anderem die Ressorts Gesundheit, Wirtschaft und Forschung und Technologie sowie betroffene Stakeholder aus der industriellen Gesundheitswirtschaft (iGW) teil. Die Ergebnisse des Dialogs sollen innerhalb eines Jahres in ein Strategiepapier einfließen, das im Bundeskabinett beschlossen werden soll. Das Bundeskanzleramt initiiert, koordiniert und flankiert den Gesamtprozess.
„Die deutsche Medizintechnik-Branche ist eine Schlüsselindustrie. Sie gehört weltweit zur Spitze in Forschung, Qualität und Export. Moderne Medizintechnologien versorgen täglich Millionen Menschen, helfen heilen, retten Leben. Egal ob Prävention, Diagnostik, Digitalisierung, KI, Robotik oder personalisierte Medizin – überall ist moderne Medizintechnik enthalten. Sie ist zudem der Schlüssel für eine erfolgreiche Ambulantisierung“, betonten die vier Branchenverbände. Die Innovationskraft und internationale Wettbewerbsfähigkeit der MedTech-Branche seien jedoch zunehmend gefährdet: unter anderem durch überbordende Bürokratie, langsame Prozesse oder schleppende Digitalisierung.
Im Rahmen der Pharma- und Medizintechnikstrategie setzen sich die Verbände insbesondere in den Themenbereichen Bürokratieabbau und Deregulierung, schnelle Anwendung von Innovationen in der Regelversorgung und Schaffung von Anreizen für Ergebnisqualität, Ausbau digitaler und KI-basierter Versorgungsangebote, Nutzung von Gesundheitsdaten sowie Resilienz der medizinischen Versorgung in Fällen der Bedrohung von Sicherheit und Verteidigung für konkrete Verbesserungen und Gesetzesinitiativen ein.
„Wir sind zuversichtlich, dass mit den Arbeiten an der Pharma- und Medizintechnikstrategie wichtige Schritte unternommen werden, um Deutschlands Position als führender Medizintechnik-Standort auszubauen und zugleich eine hochwertige Gesundheitsversorgung der Bevölkerung sicherzustellen. Deutschland steht in einem harten Wettbewerb um Investitionen und Top-Talente. Um Innovationen hier zu entwickeln, benötigen wir international wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen. Der ressortübergreifende Strategieprozess ist dafür der richtige, ganzheitliche Ansatz“, so die Branchenverbände.
Dieser Beitrag stammt aus dem KTM-Newsletter 12/2025. Melden Sie sich hier kostenlos an, um keine News aus der Branche mehr zu verpassen!