Neue Entwicklungen im OP-Management: Interview mit Thomas Wytrieckus
/ KTM-Redaktion / Interview
Gerade erscheint von Ihnen und Herrn Thomas Busse die gemeinsam komplett überarbeitete Auflage des Buches: „OP Management Grundlagen“. Was hat Sie bewogen, als Autor neu in dieses Buchprojekt einzusteigen?
Im Laufe meiner beruflichen Tätigkeit, die zum größten Teil in den OP-Bereichen war, lernte ich alle Versorgungsformen und Trägerschaften von Krankenhäusern kennen, angefangen vom Ambulanten OP-Zentrum über Krankenhäuser der Regelversorgung bis zur Universitätsklinik. Das OP-Management ist für mich immer noch nach über 25 Jahren OP-Managementerfahrung ein sehr spannender und abwechslungsreicher Arbeitsplatz. Herrn Prof. Busse habe ich während meiner Studienzeit an der University of Applied Sciences in Frankfurt kennengelernt. Mein Weg war bereits in der OP-Organisation vorgezeichnet und Herr Prof. Busse unterstützte mich in diesem Vorhaben. Die Anfrage seinerseits in dem aktuellen Buch „OP-Management Grundlagen“ mitzuwirken, hat mich sofort inspiriert und ich bin sehr dankbar für diese Möglichkeit. Ziel meines Beitrags an dem Buch ist es, die bereits vorhandene Ausgabe mit zu überarbeiten und weitere Themen anzusprechen, die sich in den letzten Jahren verändert haben, hinzugekommen sind bzw. präsenter geworden sind.
Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Entwicklungen /Veränderungen im OP- Management?
Der OP-Bereich ist nach wie vor einer der wichtigsten Bereiche im Krankenhaus. Nichts ist vorhersehbarer als Veränderungen im OP-Bereich. Das OP-Management muss sich ständig mit Veränderungs- und Anpassungsprozessen beschäftigen, die sowohl im kleinen als auch im großen Maßstab laufen. Dabei ist das OP-Management in seinen Aufgaben und Entwicklung längst nicht mehr nur auf den OP-Bereich begrenzt. Neben Veränderungen im OP-Bereich selbst müssen vor- und nachgeschaltete Prozesse und Abläufe (z. B. prä- und poststationäre Abläufe, Patientenorganisation, Logistik, AEMP) berücksichtigt werden. Gesundheitspolitische Veränderungen am Beispiel der aktuellen Krankenhausreformen geben Anlass, den OP-Bereich vom Tellerrand zu betrachten und in einen Transformationsprozess zu überführen, damit das Krankenhaus für die Zukunft gewappnet ist.
Die Themen Hybrid-DRG sowie Ambulantes Operieren sind derzeit sehr starke Trigger in den zukünftigen Entwicklungen. Veränderungen im OP-Management sind immer auch Veränderungen in der Krankenhausstruktur und in den Abläufen. Isolierte Betrachtungen sind dabei nicht mehr zeitgemäß. Der medizinisch-technische Fortschritt wird den OP-Bereich nachhaltig verändern. Dazu gehört die digitale Revolution, die gerade den OP-Bereich verändert und nachhaltig verändern wird. Dass zielgerichtete IT-Lösungen und KI-Implementierungen aktiv Prozesslandschaften verändern und einen hohen Beitrag an Personalentlastung, Prozessstabilität und Wirtschaftlichkeit liefern können, ist mittlerweile unbestritten. Der Dauerbrenner Personalmanagement ist in allen OP-Bereichen sehr stark im Focus und bestimmt zunehmend die Leistungsfähigkeit der Krankenhäuser. Ein gutes Personalmanagement ist häufig entscheidend für die Leistungsfähigkeit von OP-Bereichen.
Diese Beispiele zeigen, dass wir vor herausfordernden Veränderungen stehen. Jedoch die damit verbundenen Möglichkeiten, bessere Prozesse zu schaffen, mehr Möglichkeiten in der Patientenzentrierung zu erreichen sowie ökonomische Potentiale zu heben, sind ebenfalls starke positive Treiber für Veränderungen im OP-Management und für das Krankenhaus.
In welcher Form finden diese Entwicklungen Eingang in das Buch und wer sollte dieses Buch lesen?
Die genannten Themen und Entwicklungen sind im aktuellen Buch vorhanden und werden ausführlich beschrieben. Dieses Buch ist für alle und jeden Interessierten für die OP-Organisation und das OP-Management ein praxisorientiertes Nachschlagewerk. Die 6. neu bearbeitete und erweiterte Auflage bietet ein breitgefächertes Themenportfolio für die OP-Organisation und das OP-Management an, welches sich stark an die aktuellen und zukünftigen Themen und Entwicklungen orientiert. In allen Themenbereichen wurden praktische Beispiele und Möglichkeiten eingebracht, die zum Nachdenken anregen sollen, mit dem Ziel, Ideen für mögliche Veränderungen und Verbesserungen zu liefern.
Thomas Wytrieckus ist OP-Manager der Maria Hilf Kliniken GmbH und engagiert sich seit 2014 engagiert in den Verbänden VOPM sowie Bundesverband Pflegemanagement mit vielen Veröffentlichungen in den Themen Personalmanagement und Controlling. Weiterhin führte er zahlreiche Vorträge in Deutschland und der Schweiz durch.
Weiteren Informationen zum Buch ,OP-Management Grundlagen' finden Sie hier
