Neumeyer übernimmt Hope-Präsidentschaft
/ KTM-Redaktion / Personalie
Die stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Prof. Dr. Henriette Neumeyer, wird in den kommenden drei Jahren Präsidentin der Europäischen Krankenhausgesellschaft Hope sein. Der Vorstand wählte die Medizinerin auf seiner Sitzung in Lissabon einstimmig in das Amt. Zur Vizepräsidentin wurde die Spanierin Pilar Aparicio gewählt. Neumeyer war seit Juni 2025 Vizepräsidentin des Verbandes.
Mit Blick auf die aktuellen Herausforderungen in Europa betonte Neumeyer die zentrale Rolle der Krankenhäuser für Gesellschaft und Demokratie: „Wir befinden uns in extrem herausfordernden Zeiten – wirtschaftlich, aber auch sicherheitspolitisch und in den Fragen unserer Demokratie. Gerade da ist es wichtig, den Wert der Krankenhäuser deutlich herauszustellen. Wir sind Anker der Daseinsvorsorge, wir sind Stabilisatoren in kleinen, aber auch in großen Krisen. Und wir sind auch eine Institution, die das Vertrauen in Staat und Demokratie stärken kann.“
Im Zusammenhang mit den Verhandlungen zum mehrjährigen Finanzrahmen der Europäischen Union für die Jahre 2028 bis 2034 mahnte Neumeyer an, die Krankenhäuser stärker zu berücksichtigen. Gerade die Fragen der Resilienz würden hier eine große Rolle spielen.
Aus Sicht Neumeyers muss die nachhaltige und sichere Finanzierung der Kliniken auf den unterschiedlichen Ebenen gesichert werden. Wer von den Krankenhäusern fordere, hochwertige Medizin zu leisten, innovativ zu sein und krisenfest zu bleiben, der müsse diese Aufgaben auch verlässlich finanzieren, so Neumeyer. Das gelte sowohl für die europäische Finanzarchitektur als auch für die nationalen Haushalte der Mitgliedstaaten. „Wir sehen gerade in der nationalen Debatte in Deutschland, welche dramatischen Auswirkungen Einsparüberlegungen auf die Versorgung haben können.“
Als weitere zentrale Themen ihrer Amtszeit nannte Neumeyer die Fachkräftesicherung und die Digitalisierung. Bei der Gewinnung und Sicherung von Fachkräften komme es auf gute Arbeitsbedingungen, starke Aus- und Weiterbildung sowie erleichterte Arbeits- und Anerkennungsverfahren an. Ebenso wichtig seien faire internationale Partnerschaften. Dazu gehörten auch europäisch abgestimmte Krankenhauspartnerschaften und auf ethischen Grundsätzen basierende Abkommen mit Drittstaaten.
Mit Blick auf die Digitalisierung hob Neumeyer die Bedeutung des europäischen Gesundheitsdatenraums hervor. Dieser habe bereits eine wichtige Grundlage geschaffen, um Versorgung, Forschung und Krisenvorsorge in Europas Krankenhäusern zu stärken.
Die Europäischen Krankenhausgesellschaft Hope (European Hospital and Healthcare Federation) vertritt die Interessen der Krankenhäuser auf der europäischen Ebene. Mitglieder sind Krankenhausgesellschaften und Organisationen, die für den Krankenhaussektor zuständig sind (etwa nationale Gesundheitsministerien). Hope hat Mitglieder in allen 27 EU-Mitgliedstaaten sowie im Vereinigten Königreich, Serbien und der Schweiz.
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