Zwei Ärztinnen an einem Laptop
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Notfall im OP – Gutes Management zahlt sich aus

/ Thomas Wytrieckus / Praxis-Tipp

Ein Beitrag von Thomas Wytrieckus, OP- und Personalmanagement

Notfälle und Nachmeldungen sind ein häufiges und konfliktträchtiges Thema in der OP-Organisation. Sie stören den Tagesablauf im OP-Saal und fordern von allen Beteiligten ein hohes Maß an Anpassung und Improvisationsvermögen. Seitens der OP-Koordination kann unterstellt werden, dass der Notfall ‚einfach organisierbar‘ ist. Je nach Notfallkategorie sind ‚eigentlich‘ klare Vorgaben gesetzt.
Doch was ist ein Notfall oder eine Nachmeldung? Gerade diese Frage erhitzt viele Gemüter. Die Kategorisierung von Notfallstufen und Klassifikationen ist hilfreich und notwendig, um die Thematik zu systematisieren und zu entemotionalisieren.
Die Intensität und die Anzahl der Notfälle und Nachmeldungen ist dabei in jedem OP-Bereich unterschiedlich. Die Integration der Nachmeldungen und Notfälle ist hingegen immer wieder ein Streitthema. Es ist von hoher Bedeutung für das OP-Management, die Notfallquote und den Aufwand für die gesamte OP-Organisation zu kennen.

Neben der Einrichtung und stringenten Umsetzung von Notfallstufen, die in fast allen Kliniken Anwendung finden, sind folgende Fragestellungen für das Verständnis der Thematik und die Transparenz wichtig:

  • Wie viele Notfälle gibt es in einer definierten Zeitperiode in den einzelnen operativen Fachdisziplinen und Organisationsbereichen?
  • In welcher Notfallkategorie werden Notfälle in welcher Häufigkeit angemeldet?
  • Wird die Operation in dem angemeldeten Zeitkorridor durchgeführt?
  • Wie viele Notfallanmeldungen werden nach der ersten Anmeldung nachträglich korrigiert – Upgrade oder Downgrade?
  • Welchen Anteil haben die Notfälle an der Gesamtmasse der Operationen sowohl im Zeitvolumen als auch in der Anzahl?
  • Welchen Zeitanteil nehmen sie in der Regelarbeitszeit und in der Ruf- bzw. Bereitschaftsdienstzeit ein?

Durch die Bearbeitung der Thematik und eine transparente Kommunikation ist ein besseres Verständnis sowohl im OP als auch in der Transparenz nach außen erreichbar.

Weitere Ergänzungen finden sie im Buch ‚OP-Management Grundlagen, 6., neu bearbeitete und erweiterte Auflage‘.

Tipp: Ein Aufbau einer OP-Tagesdokumentation ist hilfreich. Die OP-Koordination kann die o.g. Themen direkt dokumentieren und transparent kommunizieren. Der tägliche Zeitaufwand ist gering. Die Daten sind hilfreich, um mögliche Konflikte anzugehen, die Auswertungen können Umstrukturierungen auslösen. Weiterhin können Stärken und Schwächen direkt aus der Dokumentation gezogen und transparent gemacht werden.

Dieser Beitrag stammt aus dem KTM-Newsletter im Juni 2026. Melden Sie sich hier kostenlos an, um keine News aus der Branche mehr zu verpassen!