Symbolbild Rollstuhlrampe vor einem öffentlichen Gebäude
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Öffentliche Gebäude künftig schneller barrierefrei

/ KTM-Redaktion / Patientensicherheit

Künftig können öffentliche Gebäude in Nordrhein-Westfalen im Sinne der Barrierefreiheit leichter umgebaut oder in ihrer Nutzung verändert werden. Dazu zählen auch Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen. Basis dafür ist die neue Landesbauordnung. Möglich wird dies durch das Engagement von Akteuren aus dem Sozialbereich, unter anderem der Pflegekammer NRW, die Vorschläge in den Prozess einbringen konnten. So lassen sich beispielsweise fortan barrierefreie Zugänge, breitere Türen oder besser nutzbare Sanitärbereiche bei Umbauten von Bestandsgebäuden leichter umsetzen. „Für pflegebedürftige Menschen ist dies ein großes Plus. Gleichzeitig kritisieren wir an der neuen Landesbauordnung, dass ausgerechnet der private Wohnbereich von dieser Novellierung ausgeschlossen wurde. Das ist geradezu fatal angesichts der demographischen Entwicklung“, so Sandra Postel, Präsidentin der Pflegekammer NRW.

Rund 87 Prozent der pflegebedürftigen Menschen in NRW werden nämlich zu Hause versorgt. Gerade deshalb sei die Gestaltung von Wohnraum ein zentraler Faktor für die Zukunft der Pflege. „Wenn Wohnungen pflegegerechter gestaltet sind, erleichtert das die Pflege und entlastet Angehörige und ambulante Pflegefachpersonen. Gleichzeitig können Menschen länger zu Hause leben, was wiederum den Druck auf die stationäre Langzeitpflege und letztlich auf unser Gesundheitssystem reduziert. Pflegegerechtes Wohnen ist also ein existenzieller Baustein für eine zukunftsfähige Versorgung“, sagt Postel.

Konkrete Vorschläge lagen auf dem Tisch

Die Kammer und weitere Akteure hatten konkrete Vorschläge vorgelegt, wie Wohnraum besser auf eine alternde Gesellschaft und den steigenden Pflegebedarf ausgerichtet werden kann. Im Mittelpunkt standen unter anderem ausreichende Bewegungsflächen, pflegegerechte Sanitärbereiche, flexible Grundrisse sowie die systematische Einbindung pflegefachlicher Expertise in Bau- und Planungsprozesse.

Am gemeinsamen Positionspapier beteiligt waren neben der Pflegekammer NRW die Beauftragte der Landesregierung für Menschen mit Behinderung sowie für Patientinnen und Patienten in Nordrhein-Westfalen, Claudia Middendorf, der Bundesinteressenvertretung für alte und pflegebetroffene Menschen (BIVA), der Landesverband der Alzheimer Gesellschaften NRW und der Verein ‚wir pflegen NRW‘.

Die Kammer fordert jetzt nachdrücklich, pflegegerechtes Wohnen stärker in politische Entscheidungen rund um Bauen, Wohnen und Versorgung einzubeziehen. „Die Voraussetzungen für die Pflege der Zukunft müssen heute geschaffen werden. Wer Menschen ermöglichen will, möglichst lange sicher und selbstbestimmt zu Hause zu leben, muss pflegegerechtes Wohnen stärker mitdenken“, so Postel.

Das Positionspapier zum Thema ist hier einsehbar.