ine Frau mit blonden Haaren in einem Zopf trägt ein schwarzes Sporttop und graue Leggings. Sie steht mit dem Rücken zur Kamera und hebt einen Arm
©Schulthess Klinik/Patrizio di Renzo

Outcomes mit KI-Unterstützung vorhersagen

/ KTM-Redaktion / KI

Ein neues Forschungsprojekt in der Schweiz verfolgt das Ziel, Behandlungsergebnisse mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) vor Beginn einer Therapie noch genauer einschätzen zu können. Das Forschungsprojekt mit dem Titel ‚Predictive Machine Models in Orthopedic Surgery‘ (Premmos) konzentriert sich auf die Entwicklung prädiktiver Modelle, die es ermöglichen, den Verlauf orthopädischer Eingriffe noch genauer vorherzusagen. Dabei werden mithilfe von KI umfassende bestehende Forschungsdaten genutzt, um Muster zu erkennen und für jede Person die optimale Behandlungsmethode zu entwickeln. Durchgeführt wird es an der Züricher Schulthess Klinik, einer auf orthopädische Eingriffe und Therapien spezialisierte Fachklinik. Es wird von der Thomas und Doris Ammann Stiftung unterstützt.

„Die Entwicklung von Vorhersagemodellen erlaubt bereits vor einer Operation oder anderen Therapie eine Beurteilung des Outcomes, also eine Einschätzung des wahrscheinlichen Therapieergebnisses“, so Prof. Dr. habil. Annegret Mündermann, PhD, Chair of Research der Schulthess Klinik. Die Ergebnisse des neuen Forschungsprojekts könnten dazu beitragen, Komplikationen zu vermeiden, unnötige Schmerzen zu reduzieren und die Therapie und Rehabilitation noch gezielter und individueller zu gestalten sowie neue Therapieansätze zu entwickeln, so die Sportwissenschaftlerin. Insgesamt erwarte man, dass die Erkenntnisse der Forschung zu besseren langfristigen Ergebnissen für Patienten führen würden.

Das Projekt steht unter der Leitung von Dr. phil. Asimina Lazaridou (Head of Research Group Upper Extremities & Hand), Prof. Dr. med. Markus Scheibel (Chefarzt Shoulder and Elbow Surgery), Dr. biol. human. Fabio Galbusera (Head of Research Group Spine), PD Dr. med. Daniel Haschtmann (Leitender Arzt Wirbelsäulenchirurgie), Dr. phil. Vincent Stadelmann, EMBA (Head of Research Group Lower Extremities) und Prof. Dr. med. Hannes Rüdiger (Stv. Chefarzt Hüftchirurgie). „Dieses Projekt ist mir wichtig, da es Datenwissenschaft und klinische Versorgung vereint, um die Behandlungsergebnisse von Patientinnen und Patienten mit chronischen Schmerzen und Komplikationen zu verbessern, und ich freue mich auf die interdisziplinäre Zusammenarbeit, um gemeinsam nachhaltige Lösungen zu entwickeln“, so Lazaridou.

Das Forschungsprojekt im Detail

Das Premmos-Projekt startet im Herbst 2025. Es greift auf bereits bestehende anonymisierte Forschungsdaten von tausenden Patienten zurück, die in den Registern der Klinik geführt werden. Diese sollen mit neuen Datensätzen aus einer klinischen Studie an 1.000 weiteren Patienten kombiniert werden. Mithilfe moderner KI-Technologien werden prädiktive Modelle entwickelt, die nicht nur postoperative Schmerzen und mögliche Komplikationen vorhersagen, sondern auch die Wiederherstellung der Beweglichkeit und Funktion des betroffenen Körperteils. Die Ergebnisse sollen in den kommenden Jahren auf Fachkongressen weltweit präsentiert werden.

Die Thomas und Doris Ammann Stiftung unterstützt innovative Projekte sowohl in der medizinischen Forschung als auch in der praktischen Patientenversorgung. Ihre Förderung richtet sich an langfristige, nachhaltige Projekte, die den Patienten direkt zugutekommen und die Qualität der medizinischen Betreuung weiter verbessern.