Saarland-Modell soll Versorgung sichern
/ KTM-Redaktion / Gesundheitspolitik
Das Aktionsbündnis Gesundheit Saarland, ein Zusammenschluss von Vertretern aus unterschiedlichen Bereichen des Gesundheitswesens, fordert eine grundlegende Neuausrichtung des Gesundheitswesens. Ziel ist ein bedarfsgerechtes Versorgungssystem, das auf einem primärärztlichen und hausapothekenzentrierten Ansatz basiert. Nach Ansicht des Bündnisses kann nur so die medizinische Versorgung langfristig gesichert und gesteuert werden. Das Saarland solle dafür zur Modellregion werden, hieß es.
„Wir brauchen im Saarland endlich ein Gesundheitssystem, das sich am tatsächlichen Bedarf der Menschen orientiert und die vorhandenen Strukturen sinnvoll verknüpft. Organisatorische Ineffizienz und politische Mutlosigkeit dürfen nicht mehr über dem Patientenwohl stehen“, so Dr. Josef Mischo, einer der Bündnis-Sprecher. „Das Saarland-Modell wurde von allen relevanten Beteiligten an der Gesundheitsversorgung im Saarland erarbeitet. Es ist ein schwieriger, aber realistischer Weg, die Versorgung krisenfest und zukunftssicher zu machen.“
Das Konzept umfasst fünf zentrale Forderungen: Erst soll der sektorenübergreifende Versorgungsbedarf durch eine unabhängige Fachberatung gutachterliche ermittelt werden. Es soll einen Bürokratieabbau in allen Bereichen geben, etwa durch ein entbürokratisiertes Entlass-Management und effizientere Verfahren bei Krankenkassen. Eine verpflichtende Patientensteuerung über ein Primärarztsystem soll die koordinierte Versorgung sicherstellen. Eine sektorenübergreifende, bedarfsgerechte Versorgungsplanung, u. a. mit regionalen Netzwerken und Hausapotheken-Modellen, soll die Grundlage für die Planung sein. Außerdem soll es Sofortmaßnahmen gegen den Personalmangel geben, darunter bessere Weiterbildung, schnellere Anerkennung ausländischer Abschlüsse und gezielte Förderung medizinischer Fachkräfte.
Konkret sieht das Saarland-Modell Maßnahmen wie eine verpflichtende Dringlichkeitseinschätzung vor Notfallbesuchen, eine stärkere Rolle von Hausärzten und Apotheken sowie neue Anreize für Landärzte vor. Auch die digitale Patientensteuerung, der Ausbau von Telemedizin und eine engere Zusammenarbeit zwischen Kliniken, Ärzten und Apothekern sind zentrale Bausteine.
Das Aktionsbündnis bietet der Landesregierung seine aktive Mitarbeit bei der Umsetzung ausdrücklich an. „Wir stehen bereit, gemeinsam mit allen relevanten Akteuren ein funktionierendes Modell für das Saarland zu entwickeln. Noch sind wir motiviert. Aber die Zeit drängt – wenn das Kind erst im Brunnen ist, stehen wir auch nicht mehr bereit“, so Peter Springborn, ebenfalls Sprecher des Aktionsbündnisses.