Schmitt mit Krebspreis ausgezeichnet
/ KTM-Redaktion / Personalie
Prof. Jochen Schmitt, Leiter des Zentrums für Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung (ZEGV) am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, erhält den Deutschen Krebspreis 2026 in der Kategorie Versorgungsforschung. Der Arzt und Versorgungsforscher wird für seine Verdienste auf dem Gebiet der onkologischen Versorgungsforschung geehrt. Im Mittelpunkt der Auszeichnung steht das durch den Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses geförderte Projekt ‚WiZEN‘, das die Wirksamkeit der Versorgung in onkologischen Zentren untersucht und mit breiter Datenbasis belegt. Die Preisverleihung findet am 19. Juni 2026 in Berlin statt.
Sind die Chancen auf den Erfolg einer Therapie in zertifizierten Zentren höher? Ein solcher Impact der Zertifizierung für Patienten mit Krebs war bisher kaum nachweisbar. Denn der Erfolg einer Therapie ist immer auch von individuellen Risikofaktoren wie Alter, Vorerkrankungen oder physischer Konstitution der Patienten abhängig. Dank der Ergebnisse des Projektes ‚WiZEN – Wirksamkeit der Versorgung in onkologischen Zentren‘ gelingt nun erstmals ein methodisch sauberer Nachweis dieser These. Innerhalb der breit angelegten Studie wurden die Behandlungsergebnisse der Versorgung von Krebspatienten in zertifizierten Zentren mit der Behandlung in nicht zertifizierten Krankenhäusern verglichen. Die Studienergebnisse sind sehr konsistent und richtungsweisend, denn sowohl die bundesweiten GKV-Routinedaten als auch die Krebsregisterdaten wiesen für alle untersuchten Krebsarten Vorteile zugunsten der Erstbehandlung in einem zertifizierten Krankenhaus nach. Zudem konnte die Arbeitsgruppe von Schmitt zeigen, dass die Krebsbehandlung in zertifizierten Zentren gegenüber nicht-zertifizierten Krankenhäusern kosteneffizient, das heißt auch aus Sicht der Beitragszahlenden und Kostenträger vorteilhaft ist. „WiZEN ist ein Beleg dafür, dass sich unser Aufwand bezüglich der Zertifizierung lohnt und Patientinnen wie Patienten mit Krebs einen nachweisbaren Vorteil bringt. Das ist Grund für uns, nicht nachzulassen“, so Prof. Martin Bornhäuser, einer der geschäftsführenden Direktoren am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen Dresden (NCT/UCC).
Schmitt hat an den Universitäten Würzburg, Hamburg und Leipzig Medizin studiert, er promovierte 2002 an der Universität Heidelberg zur Epidemiologie berufsbedingter Hauterkrankungen. 2009 habilitierte er an der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus, TU Dresden im Fachgebiet Dermatologie und Venerologie. Seit 2011 hat Schmitt eine W2-Professur für Sozialmedizin und Versorgungsforschung an der Medizinischen Fakultät der TU Dresden inne. Seit 2012 ist er Direktor des ZEGV. Er prägt die Versorgungsforschung in der Onkologie in besonderer Weise. Dafür ist er Mitglied in verschiedenen Gremien, unter anderem im Sachverständigenrat Gesundheit und Pflege (SVR) und im wissenschaftlichen Ausschuss des Zentrums für Krebsregisterdaten. Er ist Vorstandsmitglied des Deutschen Netzwerks Versorgungsforschung (DNVF) und Leiter der Core Unit Registerstudienplattform des NCT Dresden (Register klinischer Krebskohorten für translationale Forschung). Er treibt die Integration und Verknüpfung von Routine- und Registerdaten voran und schafft so die Grundlage für eine lernende, wissensgenerierende Versorgung. Seine Arbeit trägt maßgeblich dazu bei, die Qualität der Behandlung von Krebspatienten nachhaltig zu verbessern.
Dieser Beitrag stammt aus dem KTM-Newsletter April 2026. Melden Sie sich hier kostenlos an, um keine News aus der Branche mehr zu verpassen!