Balkendiagramm zeigt Jahresergebnis 2023 mit 37,5 % positiv, 17,9 % ausgeglichen und 44,6 % negativ.
©NKG Indikator 2024

Schwieriges Jahr für niedersächsische Kliniken

/ KTM-Redaktion / Gesundheitsökonomie

Aktuelle Umfrageergebnisse der NKG zeigen, dass jedes zweite Krankenhaus in Niedersachsen für 2025 eine noch schlechtere wirtschaftliche Entwicklung als im Vorjahr erwartet. Wie aus dem jetzt veröffentlichten NKG-Indikator hervorgeht, konnten bereits 2024 rund neun von zehn der befragten Kliniken ihre Sach- und Personalkosten nicht mehr aus den regelhaften Erlösen der Patientenbehandlung finanzieren. Mehr als jedes zweite Krankenhaus sieht seine wirtschaftliche Existenz bis zum Wirksamwerden der zum Jahresanfang in Kraft getretenen Krankenhausreform im Jahr 2027 als gefährdet an. Jede vierte Klinik plant aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage Leistungen zu reduzieren beziehungsweise das Versorgungsangebot einzuschränken.

„2025 wird für viele Krankenhäuser ein schwieriges Jahr. Es fehlen verlässliche politische Rahmenbedingungen und eine belastbare wirtschaftliche Perspektive. Diese Kombination ist besorgniserregend und bedrohlich zugleich. Die Krankenhausreform ändert daran bedauerlicherweise nichts. Entscheidend sind daher zwei Punkte: Die Reform muss von einer neuen Bundesregierung nachgebessert und praxistauglich gemacht werden. Zudem ist auf Grundlage einer Überbrückungsfinanzierung zu gewährleisten, dass bedarfsnotwendige Krankenhäuser vor dem tatsächlichen Greifen der Reform im Jahr 2027 nicht unkontrolliert in die Insolvenz rutschen oder versorgungsrelevante Leistungsbereiche aus purer wirtschaftlicher Not abgestoßen werden müssen. Die Krankenhäuser benötigen Planungssicherheit, um auch künftig eine flächendeckende Versorgung in Niedersachsen sicherstellen zu können“, so Rainer Rempe, Vorsitzender der NKG.

Die Frage, wie unter den angespannten wirtschaftlichen Bedingungen und ohne zusätzliche finanzielle Mittel weitere Personal- und Qualitätsvorgaben umgesetzt werden könnten und zugleich die flächendeckende Versorgung gesichert bleibe, sei nach wie vor unbeantwortet, sagte NKG-Verbandsdirektor Helge Engelke. „Die Kliniken und ihre Mitarbeitenden benötigen ein Signal, dass sie von der Politik nicht im Stich gelassen werden. Wir erwarten, dass die Landesregierung künftige Initiativen zur Nachbesserung der Reform und wirtschaftlichen Stabilisierung der Kliniken unterstützt. Ein anlässlich der Verabschiedung der Krankenhausreform im Bundesrat auch von Niedersachsen eingebrachter Antrag weist genau in diese Richtung. Entscheidend ist die schnellstmögliche Umsetzung der Länderforderungen. Andernfalls drohen wir schleichend in die Rationierung stationärer Leistungen und eine Wartelistenmedizin abzugleiten“, so Engelke.

Die Umfrage für den NKG-Indikator hat im September und Oktober 2024 stattgefunden. An der Befragung haben 113 der zum Zeitpunkt der Umfrage 163 zugelassenen Krankenhäuser in Niedersachsen teilgenommen. Auf die teilnehmenden Krankenhäuser entfallen 31.825 der insgesamt 40.105 Planbetten in Niedersachsen. Das entspricht einem Anteil von 79 Prozent der Krankenhausbetten in Niedersachsen.

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