Tanzworkshop
Tanzworkshop ©Staatstheater Augsburg/Jan Pieter Fuhr

Tanz mit Parkinson – Kurse begleiten Studie

/ KTM-Redaktion / Studie

Bewegung, Kreativität und Wissenschaft verbinden sich im Projekt ‚Tanz mit Parkinson!‘: Im März 2026 startet nun die zweite Phase des Kooperationsprojektes des Staatstheaters Augsburg mit dem Universitätsklinikum Augsburg. Zum Studienbeginn werden neue, begleitete Tanzkurse angeboten, die gleichzeitig Teil eines wissenschaftlichen Forschungsvorhabens der Klinik für Neurologie und klinische Neurophysiologie unter der Leitung von Prof. Dr. Markus Naumann sind.
Das Projekt richtet sich an Menschen mit Morbus Parkinson und verfolgt einen doppelten Ansatz: Einerseits ermöglicht es den Teilnehmenden, durch angeleitetes Tanzen Freude an Bewegung, Gemeinschaft und kulturelle Teilhabe zu erleben. Andererseits untersucht eine begleitende Studie die neurobiologischen Effekte der Tanztherapie auf Bewegungssteuerung, Koordination und die Zusammenarbeit bestimmter Gehirnregionen.

Bewegung und Tanz als Therapie-Ergänzung

„Es gibt zunehmend Hinweise darauf, dass kreative Bewegung und Tanz eine wertvolle nicht-medikamentöse Ergänzung in der Parkinson-Therapie sein können. Mit dieser Studie wollen wir besser verstehen, wie Tanz auf das Gehirn wirkt – und wie sich daraus künftig gezieltere Therapieansätze entwickeln lassen“, so Dr. Korbinian Holzapfel, Oberarzt an der Klinik für Neurologie und klinische Neurophysiologie des Universitätsklinikums Augsburg.

Die Tanztrainings des Staatstheater Augsburg finden in den Räumlichkeiten der Ballettakademie Dance Center No1 im Glaspalast statt und werden von den speziell ausgebildeten Tanzpädagoginnen Gabriella Gilardi und Serena Pettinari geleitet, die nach dem international etablierten Konzept von ,Dance for PD' geschult sind. Die Übungen bauen aufeinander auf, können im Stehen oder Sitzen ausgeführt werden und erfordern keinerlei Vorkenntnisse. Begleitpersonen dürfen auf Wunsch am Tanztraining teilnehmen, ohne selbst Teil der Studie zu sein.

Die Teilnehmenden nehmen über einen Zeitraum von drei Wochen jeweils zweimal pro Woche an einem angeleiteten Tanztraining des Projekts ‚Tanz mit Parkinson!‘ am Staatstheater Augsburg teil. An einem jeweils separaten Termin vor dem ersten und nach dem letzten Training werden im Universitätsklinikum Untersuchungen durchgeführt, um die Effekte der Tanztherapie auf die Parkinson-Patienten zu untersuchen. Dazu gehört eine EEG-Messung, bei der die Gehirnaktivität aufgezeichnet wird, sowie Bewegungsanalysen, die die Bewegungsqualität, Koordination sowie Feinmotorik messen. Alle Untersuchungen sind schmerzfrei und risikofrei für die Teilnehmer. Der zeitliche Aufwand beträgt jeweils 45-60 Minuten.

Im Rahmen der Studie durchgeführte EEG Messung, bei der die Gehirnaktivität aufgezeichnet wird. ©UKA

Teilnehmen können erwachsene Parkinson-Patienten im Alter von 18 bis 80 Jahren, die medikamentös stabil eingestellt sind. Die Studie umfasst über drei Wochen insgesamt sechs Tanzeinheiten sowie neurologische Untersuchungen vor und nach dem Trainingszeitraum am Universitätsklinikum Augsburg. Weitere Informationen hier.

Dieser Beitrag stammt aus dem KTM-Newsletter 02/2026. Melden Sie sich hier kostenlos an, um keine News aus der Branche mehr zu verpassen!