Cloud in einem Krankenhausflur dargestellt
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Uniklinik Frankfurt mit privater Cloud

/ KTM-Redaktion / Krankenhäuser

Anfang des Jahres wurde die technische Einrichtung einer Private‑Cloud‑Plattform der Universitätsmedizin Frankfurt abgeschlossen. Diese wurde langfristig vorbereitet und die technischen Voraussetzungen im Laufe des vergangenen Jahres geschaffen. Jetzt kann die Migration der verschiedenen IT-Systeme beginnen. Damit werde die Grundlage für einen stabilen Klinikbetrieb auch in möglichen Krisensituationen geschaffen, hieß es. Außerdem biete die Private‑Cloud‑Plattform eine hohe Leistungsfähigkeit, um Anwendungen wie zum Beispiel Telemedizin oder KI‑gestützte Diagnostik innerhalb des Hauses flächendeckend zu ermöglichen.

Die Private‑Cloud‑Plattform der Universitätsmedizin Frankfurt ist eine eigenständige IT-Infrastruktur. Dafür werden ausreichend große und qualitative Kapazitäten bei einem Server-Zentrum in der Umgebung Frankfurts genutzt. Die Server-Einheiten sind physisch von anderen Nutzenden abgetrennt und durch eine Standleitung mit der Universitätsmedizin Frankfurt verbunden. Dieses vernetzte System bliebe auch einsatzfähig, wenn die IT-Systeme des Hauses vom Internet getrennt werden müssten. Gleichzeitig erfüllt die Infrastruktur des Server-Zentrums mit ihrer spezifischen Expertise sowohl höchste Sicherheitsanforderungen als auch hohe Leistungsfähigkeit.

Potenziale der künstlichen Intelligenz nutzen

KI-gestützte Verfahren und digitale Patientenversorgung stellen hohe Anforderungen an Rechenleistung, Verfügbarkeit und Skalierbarkeit. Mit ihrer Private Cloud wird die Universitätsmedizin Frankfurt eine leistungsfähige und stabile IT-Plattform für klinische Anwendungen betreiben. Aktuell werden KI-gestützte medizinische Datenanalysen und HPC-Workloads vor allem im Rahmen einzelner Forschungsprojekte betrieben. Perspektivisch ermöglicht die Plattform sowohl die sichere Anbindung externer KI-Rechenkapazitäten über Hybrid-Cloud-Strukturen als auch – durch den gezielten Ausbau der eigenen IT-Hardware – den Betrieb auf hausinterner Infrastruktur. So sollen KI-Modelle künftig direkt in klinische Prozesse integriert werden können: von der medizinischen Bildanalyse bis hin zur algorithmischen Entscheidungsunterstützung in Diagnostik und Therapie.

„Für uns steht die bestmögliche Versorgung unserer Patientinnen und Patienten im Mittelpunkt. Durch die Private Cloud erwarten wir eine spürbare Verbesserung der Stabilität und Geschwindigkeit unserer digitalen Prozesse – und damit der Diagnostik, Therapie und der Abläufe im klinischen Alltag. Zudem rechnen wir damit, dass die Plattform den Informationsaustausch zwischen den klinischen Bereichen, niedergelassenen Praxen und weiteren Partnern verbessert. Mit diesem Schritt nehmen wir im deutschen Gesundheitswesen eine Vorreiterrolle ein“, so der Ärztliche Direktor und Vorstandsvorsitzende der Universitätsmedizin Frankfurt, Prof. Dr. Jürgen Graf.

Risiken, nicht zuletzt aufgrund geopolitischer Entwicklungen, führen zu steigenden Anforderungen an die Belastbarkeit und Ausfallsicherheit kritischer Infrastrukturen. Die Universitätsmedizin Frankfurt setzt zur Erfüllung der KRITIS-Vorgaben im hessischen Gesundheitswesen auf die jetzt vorbereitete eigene Private-Cloud-Infrastruktur. Durch die physische Kontrolle über die IT-Hardware stärkt die Klinik ihre digitale Souveränität, reduziert Abhängigkeiten von globalen Lieferketten und vermeidet Datenzugriffe aus dem Ausland, die möglicherweise durch die dortige Rechtslage gedeckt wären. Gleichzeitig schafft die autarke IT-Strategie die Grundlage für die nachweisbare Einhaltung der Anforderungen aus dem IT-Sicherheitsgesetz und der NIS-2-Richtlinie und sorgt dafür, dass die Patientenversorgung stabil und zuverlässig bleibt.

Die Private Cloud ist über mehrere Standorte hinweg so ausgelegt, dass eine sehr hohe Stabilität und damit ein sehr verlässlicher Zugriff auf die Daten besteht. Dabei wird eine durchgängige Verschlüsselung für Daten im Ruhezustand und bei der Übertragung genutzt. Die Schlüssel sind dabei vollständig unter Kontrolle der Universitätsmedizin Frankfurt. Ein zentrales Monitoring- und Security-Betriebskonzept gewährleistet die kontinuierliche Überwachung aller relevanten Komponenten.
Der CIO und Leiter des Dezernats für Informations- und Kommunikationstechnologie IT-Infrastrukturmanagement (DICT), Nico Sorg, sagte: „Mit unserer Private Cloud setzen wir auf eine in Deutschland bislang einzigartige und leistungsstarke Infrastruktur. Sie erfüllt die steigenden Anforderungen des digitalen Klinikbetriebs und ist ein zentraler Baustein unserer strategischen Weiterentwicklung.“

Auch mit Blick auf die Sicherheit hochsensibler Informationen spielt die neue Infrastruktur eine zentrale Rolle. „Der Schutz von Patientendaten hat für uns oberste Priorität. Unsere Private Cloud vereint maximale Datensouveränität mit hohen Sicherheitsstandards und gewährleistet, dass vertrauliche Informationen jederzeit zuverlässig geschützt sind“, so Dr. Michael von Wagner, CMIO und Geschäftsführender Direktor des University Center for Digital Healthcare (UCDHC).

Schrittweise Migration läuft bis 2028

Mit dem Start der neuen Plattform beginnt nun die schrittweise Migration der klinischen IT-Systeme in die Private Cloud. In einem ersten Schritt werden die grundlegenden Basisdienste überführt, um anschließend auch zentrale Applikationen wie das Krankenhausinformationssystem (KIS), das zentrale System zur Verwaltung von Patientendaten, Behandlungsabläufen und administrativen Prozessen, sowie das Picture Archiving and Communication System (PACS), das für die Speicherung, Verwaltung und den Zugriff auf medizinische Bilddaten wie Röntgen-, CT- oder MRT-Aufnahmen genutzt wird, sicher migrieren zu können. Der gesamte Migrationsprozess ist bis zum Jahr 2028 vorgesehen. Neu eingeführte Anwendungen werden dabei von Anfang an direkt auf der neuen Private-Cloud-Plattform bereitgestellt.

Dieser Beitrag stammt aus dem KTM-Newsletter zur DMEA im April 2026. Melden Sie sich hier kostenlos an, um keine News aus der Branche mehr zu verpassen!