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Viele Krankenhäuser kämpfen ums Überleben

/ KTM-Redaktion / Studie

Die wirtschaftliche Situation der deutschen Krankenhäuser bleibt dramatisch. 2024 haben zwei Drittel der Krankenhäuser Verluste geschrieben (66 Prozent). Der Anteil der Krankenhäuser mit einem Jahresfehlbetrag ist damit nochmals um fünf Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Nur noch 23 Prozent der Häuser meldeten einen Jahresüberschuss, 2023 waren es noch 30 Prozent. Bundesweit beurteilen nur noch sechs Prozent der Krankenhäuser ihre aktuelle wirtschaftliche Situation als eher gut. Für 2026 erwarten lediglich 13 Prozent der Häuser, dass sich ihre wirtschaftliche Lage verbessern wird. Das sind Ergebnisse des aktuellen Krankenhaus-Barometers des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI), einer jährlich durchgeführten Repräsentativbefragung der Allgemeinkrankenhäuser in Deutschland.

Die anstehende Krankenhausreform sorgt zusätzlich für große Unruhe in den Krankenhäusern. Über 90 Prozent der befragten Kliniken beklagen fehlende Planungssicherheit, etwa zur künftigen Leistungsstruktur, zur Fallzahlentwicklung und zur Liquidität. Deswegen werden vielerorts Investitionen in die Infrastruktur und Veränderungen in der betrieblichen Organisation zurückgestellt. 70 Prozent der Häuser erwarten für das Jahr 2025 einen Jahresfehlbetrag, nur noch 14 Prozent einen Überschuss.

„Die Ergebnisse des aktuellen Krankenhaus-Barometers sind alarmierend und ernüchternd zugleich. Die wirtschaftliche Situation unserer Kliniken hat einen historischen Tiefpunkt seit Einführung des Fallpauschalensystems vor mehr als 20 Jahren erreicht. Wenn zwei Drittel der Krankenhäuser rote Zahlen schreiben, bedroht dies die Existenz der Häuser und schränkt deren Möglichkeiten für notwendige Investitionen in Modernisierung und Digitalisierung ein“, so der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Dr. Gerald Gaß. Man steuere sehenden Auges auf eine Situation zu, die dramatische Auswirkungen auf die Krankenhauslandschaft in Deutschland haben werde und deren Folgen auch für die Patienten spürbar sein werden. Einen Hauptgrund sieht die DKG in „jahrelanger mangelhafter Finanzierung“, überbordender Bürokratielast und immer neuen und höheren Personalvorgaben. „Die Kosten in unserem Gesundheitswesen können mit Sicherheit um zehn Prozent niedriger liegen, wenn sich die Politik auf ihre grundlegenden Aufgaben beschränken und nicht permanent neue Struktur- und Personalvorgaben ohne Evidenz für eine bessere Patientenversorgung erfinden würde“, so Gaß.

Mehr denn je sei auch das Krisenmanagement der Krankenhäuser gefragt, so die Autoren. Gerade vor dem Hintergrund außen- und sicherheitspolitischer Zuspitzungen rücke die Krisen- und Kriegsfestigkeit der Kliniken zunehmend ins Blickfeld. Nahezu alle befragten Einrichtungen verfügen laut der Umfrageergebnisse mit jeweils 95 Prozent über Alarm- und Einsatzpläne für technische Störungen, infrastrukturelle Ausfälle sowie Gesundheitskrisen. Für Ereignisse wie soziale Unruhen, Naturkatastrophen oder militärische Konflikte sind sie hingegen weniger resilient.

43 Prozent der Kliniken können einen Stromausfall mindestens drei Tage überbrücken. 84 Prozent betrachten erweiterte Treibstoffvorräte als zentrale Voraussetzung zur Sicherung der Notstromversorgung. Allerdings kann nur jede zehnte Klinik die Patientenversorgung bei einem mehrtägigen Ausfall uneingeschränkt aufrechterhalten, lediglich jede fünfte Klinik hat für den Blackout-Fall Kooperationsvereinbarungen mit benachbarten Kliniken getroffen.

Die Ergebnisse des Krankenhaus-Barometers 2025 beruhen auf der schriftlichen Befragung einer repräsentativen Stichprobe von zugelassenen Allgemeinkrankenhäusern ab 100 Betten in Deutschland, die von Mitte Mai bis Mitte Juli 2025 durchgeführt wurde. Beteiligt haben sich insgesamt 376 Krankenhäuser.

Dieser Beitrag stammt aus dem KTM-Newsletter 01/2026. Melden Sie sich hier kostenlos an, um keine News aus der Branche mehr zu verpassen!