Jürgen Will, Marcus Wiechmann, Thomas Mösl und Dieter Feid bei der Vertragsunterzeichung
v.l.: Prokurist und Leiter Verwaltungsmanagement Jürgen Will und Geschäftsführer Marcus Wiechmann von der St. Dominikus Krankenhaus und Jugendhilfe gGmbH (Träger des St. Marien- und St. Annastiftskrankenhauses, sowie Thomas Mösl (Technischer Vorstand TWL) und Dieter Feid (Kaufmännischer Vorstand TWL).

Wegweisendes Grünstromprojekt gestartet

/ KTM-Redaktion / Nachhaltigkeit

Mit der offiziellen Vertragsunterzeichnung Ende August gaben die Projektpartner, die Technischen Werke Ludwigshafen (TWL) und das St. Marien- und St. Annastiftskrankenhaus, den Startschuss für ein kommunales Leuchtturmprojekt: Auf dem ehemaligen Metrogelände soll ein Solarpark mit Batteriespeicher entstehen. Damit wird erstmals ein Krankenhaus in Deutschland mindestens 45 Prozent seines Strombedarfs mit vor Ort erzeugtem grünem Strom decken.

In der Gartenstadt plant TWL eine Photovoltaik-Freiflächenanlage mit rund zwei Megawatt Leistung, einen Batteriespeicher mit rund 2,5 Megawattstunden sowie eine Direktleitung zum St. Marienkrankenhaus. Der dort erzeugte Solarstrom soll ab 2027 direkt das St. Marienkrankenhaus und die Einrichtungen am St. Annastiftskrankenhaus versorgen. Das St. Annastiftskrankenhaus wird dabei bilanziell über eine virtuelle Durchleitung durch das öffentliche Stromnetz mit Grünstrom versorgt. Dadurch können ebenfalls die PV-Strommengen, die durch die krankenhaus-eigenen Photovoltaik-Aufdachanlagen erzeugt werden, fast vollständig genutzt und müssen nicht abgeregelt werden.

Damit steigt der Anteil regional erzeugten Grünstroms an der Stromversorgung des Krankenhauses deutlich: Das Haus wird nach Projektumsetzung als nach eigenen Angaben erstes Krankenhaus in Deutschland über ein Versorgungskonzept dieser Art mindestens 45 Prozent seines Strombedarfs aus vor Ort erzeugtem Solarstrom decken. Für die Klinik verbindet das Projekt konsequenten Klimaschutz mit einer langfristig planbaren und zukunftsfähigen Energieversorgung.

„Durch die direkte Nutzung des regional erzeugten Solarstroms kann das Krankenhaus seine CO₂-Emissionen deutlich reduzieren und gleichzeitig seine Abhängigkeit von den Entwicklungen auf dem Strommarkt verringern“, so Marcus Wiechmann, Geschäftsführer der St. Dominikus Krankenhaus und Jugendhilfe gGmbH (Träger des St. Marien- und St. Annastiftskrankenhauses).

„Ein einziges Krankenhausbett verbraucht im Durchschnitt so viel Energie wie vier Einfamilienhäuser. Der hohe Bedarf an Wärme, Licht und Energie für die zahlreichen Geräte der hochmodernen Medizin machen Krankenhäuser zu Großverbrauchern. Einsparungen bei Energie und Treibhausgasemissionen leisten deshalb einen signifikanten Beitrag zum Klimaschutz und reduzieren zugleich langfristig Kosten im Gesundheitssystem“, ergänzt Jürgen Will, Prokurist und Leiter Verwaltungsmanagement der St. Dominikus Krankenhaus und Jugendhilfe gGmbH.

Das Projekt ist zugleich eine Antwort auf eine zentrale Aufgabe der lokalen Energiewende: den Anteil erneuerbarer Energien am lokalen Strommix deutlich zu erhöhen. Gerade Photovoltaik bietet dafür in Ludwigshafen noch große Chancen, rund 98 Prozent des Potenzials sind bislang nicht erschlossen. Für TWL ist das Vorhaben ein kommunales Leuchtturmprojekt für die Region und darüber hinaus, betonen die beiden TWL-Vorstände Dieter Feid und Thomas Mösl: „Dieses Projekt zeigt, wie lokale Energiewende konkret wird: auf einer ungenutzten Fläche, mit Strom aus der Region und für Einrichtungen, die für Ludwigshafen besonders wichtig sind. Wir verbinden Klimaschutz mit Versorgungssicherheit und schaffen ein Modell, das über dieses Projekt hinaus als Vorbild dienen kann.“ Gleichzeitig werde ein sichtbares Zeichen für nachhaltige Flächennutzung in Ludwigshafen gesetzt.

Dieser Beitrag stammt aus dem KTM-Newsletter im September 2026. Melden Sie sich hier kostenlos an, um keine News aus der Branche mehr zu verpassen!