Ernst & Young Y-Krankenhausstudie 2022

  • Krankenhäuser müssen mehr bieten als Erfüllung der Kernfunktionen
  • Akzeptanz für digitale Angebote im diagnostischen Bereich steigt
  • Krankenhäuser mit breitem Leistungsspektrum werden bevorzugt

Bei der Wahl eines Krankenhauses spielt die Modernität der Gebäude für Patient:innen eine sehr große Rolle. Lediglich medizinische Exzellenz ist ihnen wichtiger. Die Nähe zum Wohnort ist weniger relevant. Fast die Hälfte würde eine Fahrtzeit von mehr als 30 Minuten, ein Viertel gar mehr als 45 Minuten in Kauf nehmen, um das Krankenhaus der Wahl zu erreichen. Das sind Ergebnisse einer Umfrage, die EY Real Estate von Februar bis März für die Krankenhausstudie 2022 durchgeführt hat. Insgesamt wurden mehr als 400 Menschen, die im vorangegangenen Jahr im Krankenhaus waren, und deren Angehörige befragt, um der Frage nachzugehen, was Krankenhäuser als Gesundheitsbauten auszeichnet.

93 % Prozent der Teilnehmenden sind Barrierefreiheit und gute Orientierungsmöglichkeiten wichtig. Ein angenehmes Ambiente schätzen 89 %. Auch kurze Wege (88 %) und demenzsensible Gestaltung (84 %) werden vom Gesundheitsbau Krankenhaus künftig erwartet. 75 % der Befragten wünschen sich eine nachhaltige Bauweise und Materialwahl. Auf kleine, dezentrale Wartebereiche legen 74 % Wert.

Bei Vorhandensein von Symptomen und in Bezug auf therapeutische Leistungen bevorzugen die Befragten weiterhin den persönlichen Kontakt zum medizinischen Fachpersonal. Im Bereich der Diagnostik hingegen ziehen sie digitale Leistungen oft sogar vor: So würden 66 % Unterlagen wie Blutergebnisse gern online erhalten. Laborbefunde könnten nach Meinung von 62 % der Befragten auch online besprochen werden. Mehr als 80 % würden Rezepte am liebsten digital anfragen und erhalten.

Der überwiegende Teil der Befragten bevorzugt Krankenhäuser, die viele Leistungen unter einem Dach vereinen, hält aber für die Nachsorge oder für leichte Krankheitsbilder eine ambulante Versorgung für sinnvoller.

Zusätzlich befragte EY Expert:innen, die mit unterschiedlichen Blickwinkeln auf Krankenhausbauprojekte schauen. Im Ergebnis war den Fachleuten aus unterschiedlichen Disziplinen wichtig, dass die Patient:innen, deren Angehörige und das Krankenhauspersonal Maßstab für die Gebäudeplanung sein sollten. Zudem wurde betont, dass die Krankenhausbaufinanzierung nicht nur in Bezug auf die Höhe, sondern auch in Bezug auf die Handlungsspielräume der Krankenhäuser verbessert werden könnte. „Unterm Strich sind eine belastbare Projektstruktur, kluges Stakeholder-Management und eine durchdachte Planung die Schlüssel für gute Bauten“, so Katrin Thies, Senior Manager bei EY Real Estate und ebenfalls Autorin der Studie.

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