Prävention statt Ausbügeln

Das Projekt „Pharmakotherapie-Management“ des Universitätsklinikums Halle (UKH) erhält den mit 20.000 Euro dotierten Lohfert-Preis 2020, der zum achten Mal vergeben wird. Ausgeschrieben waren Projekte zum Thema „Messbare Innovationen zur Verbesserung der Patientensicherheit“. Initiatorin des Projekts am UKH ist Dr. Ursula Wolf, Leiterin des dortigen Pharmakotherapie-Managements. Die Fachärztin für Innere Medizin mit Zusatzausbildung Klinische Pharmakologie begann das digital basierte Projekt bereits 2011 in der Alterstraumatologie des Uniklinikums und weitete es 2015 auf die interdisziplinären Intensivstationen aus. Ziel ist die Optimierung der stationären medikamentösen Therapie, insbesondere durch die Vermeidung von Medikationsfehlern und unerwünschten Arzneimittelwirkungen (UAW). Basis sind ausführliche individuelle und patientenorientierte Medikationsreviews. Die medikamentöse Therapie jedes Patienten wird täglich – im Lichte seiner gesamten Medikationsliste, Vorerkrankungen und Diagnosen, Operationen, tagesaktuellen Labor- und Vitalparameter – ausführlich und umfassend analysiert. Wechselwirkungen im Rahmen der Polypharmazie und unerwünschte additive Medikamentenwirkungen erfordern zeitige Dosisadaptionen. Das optimierte digitale Vorgehen ermöglicht ein Pensum von neun Patienten pro Stunde. Der Preis wird erst am 21. September 2021 auf dem Gesundheitswirtschaftskongress in Hamburg verliehen, der aufgrund der Corona-Pandemie um ein Jahr verschoben wurde.

www.christophlohfert-stiftung.de/lohfert-preis/lohfert-preis-2020/

Bildquelle: Bertram Solcher/Christoph Lohfert Stiftung

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