ALS-Lotsenkonzept gewinnt Pflegepreis

ALS-Lotsin Andrea Gasper berät eine Patientin und ihren Angehörigen in der Motoneuronambulanz des UKB. ©Universitätsklinikum Bonn/R. Müller

Die Motoneuronambulanz des Universitätsklinikums Bonn (UKB) hat ein ALS-Lotsenkonzept erstellt, um Patientinnen und Patienten mit Amyotropher Lateralsklerose (ALS) in ihrem Alltag mit der Erkrankung zu unterstützen. Für das neue Konzept erhielt das UKB im November den dritten Pflegepreis der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und eine Förderung des Vereins ALS – Alle lieben Schmidt e. V. in Höhe von 7.000 Euro. „Es gibt zwar vielversprechende Forschungsansätze, die ALS-Patientinnen und -Patienten in Zukunft neue Therapiemöglichkeiten eröffnen, in unserer Motoneuronambulanz am UKB haben wir aber vor allem akut Betroffene im Blick, die eine schnelle und umfassende Versorgung und Beratung zu verschiedenen, oft zeitkritischen Aspekten benötigen, die neben der Hilfs- und Heilmittelversorgung die psychologische Unterstützung und palliativmedizinische Beratung umfassen“, so PD Dr. Patrick Weydt, Leiter der Motoneuronambulanz am UKB. Daher wurde am UKB ein ALS-Lotsenkonzept in die Tat umgesetzt. Andrea Gasper ist Pflegefachkraft der Klinik für Palliativmedizin am UKB und fungiert zudem seit drei Jahren als ALS-Lotsin an der Schnittstelle zwischen dem ärztlichen Team, der stationären sowie ambulanten Palliativversorgung und der Versorgung mit Hilfsmitteln. Darüber hinaus berät und unterstützt sie Patienten und Angehörige in sozialmedizinischen Belangen. Im November wurde das erfolgreiche, sehr gut angenommene und bislang ausschließlich über Spenden finanzierte ALS-Lotsenkonzept des UKB mit dem dritten Pflegpreis der DGN ausgezeichnet, der mit 500 Euro dotiert ist. Die zusätzliche aktuelle Spende in Höhe von 7.000 Euro kam im Rahmen des ALS-Deutschlandlaufs 2022 zustande, bei dem Laufexperte Andreas Butz 21 Marathons in 21 Tagen zugunsten des ALS-Verein von Bruno Schmidt, der selbst ALS-Betroffener ist, lief.

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