Beispiel für gelungene Digitalisierung im Gesundheitswesen

Die Computerwoche, das CIO-Magazin und der IT-Anwenderverband VOICE e. V. haben gemeinsam die Auszeichnung „CIO des Jahres 2021“ vergeben. In der Kategorie Public Sector wurden Jens Schulze und Dr. Michael von Wagner vom Universitätsklinikum Frankfurt auf den ersten Platz gewählt. Sie erhalten die renommierteste Auszeichnung in diesem Feld für die IT-Strategie des Universitätsklinikum Frankfurt und setzten sich damit nicht nur gegen andere Kliniken, sondern auch gegen die Projekte von Behörden und öffentlichen Unternehmen durch.

In Krankenhäusern werden täglich riesige Datenmengen produziert: Arztberichte, Laborwerte, Röntgenbilder, Rezepte. Alle Informationen müssen sicher von A nach B gelangen und gespeichert werden, sodass sie für alle an der Therapie Beteiligten einsehbar sind. Durch die Vernetzung mit Haus- und Fachärzten, anderen Kliniken sowie den Krankenkassen und durch die interdisziplinäre Betreuung der Patientinnen und Patienten innerhalb des Krankenhauses sind zahlreiche Fachkräfte in den Behandlungsprozess involviert. Hier bietet eine digitale Strategie zusätzliche Sicherheit für Patientinnen und Patienten. Prof. Dr. Jürgen Graf, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikum Frankfurt, erläutert: „2018 haben wir das Digitale Universitätsklinikum Frankfurt als eine unserer prioritären Aufgaben ins Leben gerufen. Hier schaffen wir die Grundlagen, um verschiedene Teilprojekte zu einer digitalen Gesamtstrategie zusammenzufügen. Das Ziel ist es, innovative Projekte so zu koordinieren, dass sie unseren Patientinnen und Patienten die bestmögliche Sicherheit bieten. Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung der Kollegen als CIO des Jahres, die uns zeigt, dass wir mit unserer Strategie auf dem richtigen Weg sind.“

Komplexes holistisches Projekt

Die Jury der Computerwoche zeichnet den CIO Jens Schulze und den CMIO Dr. Michael von Wagner vom Universitätsklinikum Frankfurt mit dem ersten Platz in der Kategorie Public Sector aus. Jens Schulze leitet das Dezernat für Informations- und Kommunikationstechnologie, Dr. Michael von Wagner ist Ärztlicher Leiter der Stabsstelle Medizinische Informationssysteme und Digitalisierung. In ihrer Begründung lobte die Jury insbesondere den ganzheitlichen Ansatz der IT-Strategie des Universitätsklinikums. Einzelne Projekte sind kein Selbstzweck, sondern folgen einem gemeinsamen Ziel. Es handele sich um „ein holistisches Projekt, das sich durch eine hohe Prozesskomplexität auszeichnet“, so die Jury.

„Ein wesentliches Element des Digitalen Universitätsklinikum Frankfurt ist seine zentrale Interoperabilitätsplattform. Wir bauen eine herstellerneutrale sogenannte IHE-Struktur auf, mittels derer interne und externe Systeme einfacher andocken können“, erklärt Jens Schulze. „Patientenmanagement und -versorgung bilden das Hauptsegment unserer 14 Teilprojekte. Umgesetzt werden nur Projekte, die einen medizinischen oder ressourcensparenden Gewinn versprechen“, ergänzt Humanmediziner Dr. von Wagner. „Diesen Gewinn eruieren wir in einem kontinuierlichen Prozess gemeinsam mit den späteren Anwendern.“

Einige der angestoßenen Projekte am Universitätsklinikum Frankfurt befinden sich in der Pilotierung, wie ein Ende-zu-Ende-verschlüsselter Messenger-Dienst. Das Universitätsklinikum Frankfurt hat als erstes Krankenhaus deutschlandweit die Weichen für einen Messenger gestellt, der eine simultane Überführung von Chats in die Patientenakte ermöglicht. Eine App, die ähnlich funktioniert wie gängige Messenger-Dienste, ermöglicht den gesicherten Informationsaustausch innerhalb von und zwischen multiprofessionellen Behandlungsteams. So lassen sich zeitaufwändige Doppel- oder Nachdokumentationen vermeiden und patientenrelevante Informationen in Echtzeit übertragen.

In einem anderen Projekt, „Patient Empowerment“, wird eine Patientenplattform installiert. Sie soll insbesondere schwerkranken Patientinnen und Patienten, die von verschiedenen Fachabteilungen am Universitätsklinikum Frankfurt versorgt werden, stärker digital einbinden.

Die Projekte des „Digitalen Universitätsklinikum Frankfurt“ werden vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst und vom Hessischen Ministerium der Finanzen bis 2022 mit 21,3 Millionen Euro gefördert.

Bild: Jens Schulze, Chief Information Officer (CIO) und Dezernent für Informations- und Kommunikationstechnologie, und Dr. Michael von Wagner, Chief Medical Informatics Officer (CMIO) und Ärztlicher Leiter der Stabsstelle Medizinische Informationssysteme und Digitalisierung, im Serverraum des Universitätsklinikums (v.l.).

Bildquelle: Universitätsklinikum Frankfurt

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