Cyberagentur liegen Forschungsergebnisse vor

Der Projektleiter und kommissarischer Abteilungsleiter des Bereichs ‚Sichere Gesellschaft‘ der Cyberagentur, Dr. Simon Vogt, fasst im Interview die wichtigsten Ergebnisse und die weiteren Schritte in dem Forschungsprozess zusammen.

Die Agentur für Innovation in der Cybersicherheit GmbH in Halle (Westfalen) hatte einen Forschungsauftrag zur Erarbeitung einer grundlegenden Sicherheitsarchitektur für künftige Anwendungsbereiche mit Gehirn-Computer-Schnittstellen (Brain-Computer-Interfaces, BCI) ausgeschrieben. Das Startup-Unternehmen NeuroMentum AI GmbH (Freiburg) gewann die Ausschreibung und wurde mit der Erarbeitung beauftragt. Die Ergebnisse liegen nun vor. an Es wurde ein umfangreiches Rahmenwerk erarbeitet, das für künftige Forschung und Entwicklung „Privacy by Design“, Transparenz und Cybersicherheit ermöglicht.

Welche grundlegenden Erkenntnisse wurden Ihnen mit den Forschungsergebnissen vorgelegt?

Neurotechnologie und hierbei insbesondere BCI werden in den kommenden Jahren die Art, wie Menschen mit Maschinen interagieren, grundlegend verändern. Es werden sich eine Vielzahl heute noch kaum absehbarer Anwendungsmöglichkeiten ergeben, insbesondere auch für den breiten Verbrauchermarkt. Neben diesem spannenden Potenzial ergeben sich auch technologieimmanente Risiken, denen es zu begegnen gilt. Die Cyberagentur wird dazu nicht abwarten, bis die Technologie in ihrer Verbreitung und Nutzung bereits Fakten geschaffen hat, sondern hat mit dem Projekt das Ziel, den Schutz von Privatsphäre und die Cybersicherheit von vornherein, also ‚by Design‘ zu forcieren.

Das Forschungsteam hat ein umfassend ausgearbeitetes und wissenschaftlich abgeleitetes Set an Methoden vorgelegt, das als Rahmen für zukünftige Forschungs- und Entwicklungsarbeiten zu Brain-Computer-Interfaces dienen soll. Es ist das erste seiner Art, das systematisch konkrete Maßnahmen definiert, die sowohl in dem jetzigen frühen Entwicklungsstadium der Technologie Anwendung finden können, als auch in späteren, reiferen Produktiterationen. Im Fokus liegen dabei die Beibehaltung und Sicherstellung der Kontrolle der Technologie durch den Nutzer und die Schaffung von Transparenz bezüglich der durch die Systeme aufgenommenen und verarbeiteten Daten. Das Framework ist zum einen generisch genug, dass es in einem breiten Spektrum von Anwendungen implementiert werden kann, zum anderen aber sehr konkret in Bezug auf die zu erfüllenden

Wie ist die Arbeitsweise des jungen Startup-Unternehmens zu bewerten und welche Problemstellungen mussten gelöst werden?

Mit NeuroMentum AI konnten wir einen Auftragnehmer gewinnen, dessen Team viel Potenzial hat, zum Transfer der Neurotechnologie für die Mensch-Maschine-Interaktion aus der Academia in die kommerzielle Umsetzung beizutragen. Um die Teilnahme einer solchen jungen Firma und von Start-ups grundsätzlich an unserer Projektausschreibung zu ermöglichen, war es wichtig, die Eignungskriterien nicht unverhältnismäßig konservativ zu setzen – so lag unser Fokus mehr darauf, dass die Bewerber die fachliche Expertise der beteiligten Personen nachweisen, anstatt lange Listen an Projektreferenzen einzufordern. Das Projekt verlief reibungslos und im engen inhaltlichen Austausch – was sowohl uns als auch den Auftragnehmern viel Spaß gemacht hat.

Wie wird weiter mit den gewonnenen Erkenntnissen verfahren?

Das erarbeitete Framework wird durch uns veröffentlicht. Es soll explizit als Grundlagendokument in der Wissenschaft aufgegriffen, diskutiert und weiterentwickelt werden. Zudem werden die in dem Framework erarbeiteten Methoden Bestandteil aller weiteren Projekte der Cyberagentur im Themenfeld Neurotechnologie.

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