Erfolgreiche Kooperation mit 60.000 fliegenden Partnern:

Seit einem Jahr leben zwei Bienenvölker auf dem UKL-Gelände

Dr. Michael Hardt (li.) betreut die Bienenstöcke. Er ist Leipziger Imker und Vorsitzender des Landesverbandes sächsischer Imker. Hardt stellt sicher, dass die Bienen gut versorgt sind. Er arbeitet dabei eng mit Bärbel Zimmermann (re.) zusammen, die die UKL-eigene Gärtnerei leitet. © Stefan Straube / UKL

Vor einem Jahr übernahm das Uniklinikum Leipzig (UKL) die Patenschaft für zwei Bienenvölker – zu Hochzeiten sind im Sommer 60.000 geflügelte Vertreter der Gattung Apiformes auf dem Gelände des UKL zuhause und erfreuen die Belegschaft ebenso wie die benachbarten Kleingärtner:innen. Im Frühjahr und Sommer gab es die ersten Honigernten. Jetzt geht die Kooperation der besonderen Art in die zweite Runde – und soll auf jeden Fall fortgesetzt werden.

Es sind in mehrfacher Hinsicht kleine Dinge, die große Wirkung entfalten: Bisher hat das UKL erst zwei Bienenvölker adoptiert, die sich mit 60 Kilogramm Honigernte ‚bedankten‘. Doch die 10 Millimeter kleinen Hautflügler, die vom Gelände der UKL-eigenen Gärtnerei jetzt wieder ausschwärmen, leisten Großes: Sie sorgen nicht nur für die Bestäubung der Nutz- und Zierpflanzen in den umliegenden Parks und Kleingärten, sie erfreuen auch die Mitarbeiter:innen, unter anderem durch echte ‚Bienen-Medizin‘ in 250-Gramm-Gläsern. 200 dieser Gläser waren im Winter, also pünktlich zur ‚Tee-mit-Honig‘-Saison, innerhalb weniger Tage im Klinikladen ausverkauft. Der Erlös von 1.005 Euro wird in die Bienen und ihre wild lebenden Verwandten investiert – die UKL-Gärtner:innen haben davon insektenfreundliche Sträucher, Gehölze, Stauden und Blumen wie Berberitze, Katzenminze, Königskerzen oder Staudenastern angeschafft, gepflanzt und gesät. Dadurch finden die Bienen genug Nahrung und die Menschen freuen sich über bunte Blüten. „Das ist eine echte Win-Win-Situation,", freut sich Dr. Robert Jacob, Kaufmännischer Vorstand des UKL. "Einfach alle, Bienen, UKL-Mitarbeiter:innen, Anlieger und das Stadtklima haben etwas von dieser Verbindung", so Jacob. "Die Völker haben sich tipptopp entwickelt und sind nach diesem Winter schon sehr stark", berichtet Dr. Michael Hardt. Der Imker betreut die Bienenstöcke und stellt sicher, dass die Bienen gut versorgt sind. "Weil im Moment aber noch nicht genügend Blüten und damit Nahrungsquellen da sind, muss der Wintervorrat kontrolliert werden, damit die Bienen gut über die nächsten Wochen kommen", so Hardt.

Im Frühsommer sind ‚Vor-Ort-Termine‘ geplant – Interessierte können in der UKL-Gärtnerei vorbeischauen und mit Dr. Hardt über die Imkerei ins Gespräch kommen. Denkbar sind künftig auch Besuche der Bienenstöcke durch kleine UKL-Patient:innen, die ihre Zeit im Klinikum nutzen könnten, um Bienen bei der Arbeit zu erleben. Und es wird auch in diesem Jahr wieder Honig ‚Made by UKL‘ geben – und bald vielleicht weitere UKL-Bienenvölker.

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