Erste Inklusionsstelle für Mitarbeiter aus den Gemeinnützigen Werkstätten Bonn an der Uniklinik Bonn

Dr. Tanja Menting, Leiterin des Betriebsärztlichen Dienstes am UKB, freut sich über die hervorragende Zusammenarbeit mit Pascal Treichel, der im Mitarbeitenden-Archiv tätig ist. ©Universitätsklinikum Bonn (UKB)/J.F. Saba

Am Universitätsklinikum Bonn (UKB) wurde vor Kurzem die erste Inklusionsstelle geschaffen. Der neue UKB-Mitarbeiter arbeitet bereits seit 2017 über die GVP Gemeinnützige Werkstätten Bonn auf dem Venusberg-Campus. Für die Zukunft sind viele weitere Inklusionsstellen am UKB geplant. Metallbauer Pascal Treichel ist 40 Jahre alt und kommt aus Bonn. Schulabschluss und Berufsausbildung hat er ohne Unterstützung gemeistert, obwohl er seit seiner Geburt mit einer Sprach- und Hörbehinderung lebt. Die ersten Probleme kamen, als er nach der Ausbildung begann zu arbeiten. Er fühlt sich nicht gut aufgehoben, allein gelassen und erfährt Anfeindungen von den Kollegen. Unterstützung fand er bei den GVP Gemeinnützige Werkstätten Bonn. Neben Tätigkeiten in einer Bonner Fahrradwerkstatt erhielt er einen ‚Betriebsintegrierten Arbeitsplatz‘ (BiAP) bei einem der Partnerunternehmen der GVP. Auf der Suche nach einer längerfristigen anspruchsvollen Tätigkeit kam er mit dem UKB in Verbindung. Bei Dr. Tanja Menting, Leiterin des Betriebsärztlichen Dienstes am UKB, begann er 2017 mit einem dreimonatigen Praktikum. Schnell ist klar: Pascal muss bleiben. „Wir haben von Anfang an gemerkt, dass Pascal in unser Team gehört. Aber nicht nur das – er unterstützt uns auch durch seine zuverlässige und genaue Arbeit“, so Dr. Menting.

Neben seinen Aufgaben für das Mitarbeitenden-Archiv unterstützt er die Ärzt:innen bei der Vorbereitung von Patientenakten für den nächsten Tag. Auch im PCR-Test-Abstrich-Zentrum hilft er immer wieder aus. „Früher habe ich mich bei der Arbeit immer auf den Freitag gefreut, heute gehe ich wegen der guten Atmosphäre jeden Tag gern zur Arbeit und bin auch froh, wenn wieder Montag ist und die neue Arbeitswoche beginnt“, sagt Pascal Treichel. Für seine Kollegen ist es wichtig, auf ihn Rücksicht zu nehmen und auf seine Bedürfnisse zu achten. „Manchmal benötigt er etwas mehr Zeit um sich auszudrücken, aber diese Zeit nehmen wir uns, damit er und auch wir als Team die Chance haben, uns weiterzuentwickeln“, so Menting. Bis März dieses Jahres war noch über die GVP angestellt, ist mittlerweile ist Pascal Treichel UKB-Mitarbeiter. Dr. Tanja Menting hat die erste Inklusionsstelle am UKB geschaffen, um ihm das zu ermöglichen.

In Zukunft sind weitere Kooperationsprojekte mit den Bonner Werkstätten und neuen Inklusionsstellen – u. a. im Bereich Gärtnerei – geplant. „Mein größter Wunsch war es, UKB-Mitarbeiter zu sein“, sagt Pascal Treichel, dessen Anstellung nun erst einmal für zwei Jahre möglich ist. „Unsere größte Hoffnung ist seine Entfristung und darauf arbeiten wir hin“, sagt seine Chefin Dr. Tanja Menting.

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