EU-Spitzenförderung für Hendrik Poeck

Der Europäische Forschungsrat (ERC) fördert ein Forschungsprojekt im Bereich Leukämie von Prof. Dr. Hendrik Poeck, Geschäftsführender Oberarzt der Inneren Medizin III am Universitätsklinikum Regensburg, mit zwei Millionen Euro.

Professor Dr. Hendrik Poeck, Spezialist für Akute Leukämien, Stammzelltransplantation und Immuntherapie in der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin III des UKR. ©UKR/Vincent Schmucker


Der Europäische Forschungsrat (ERC) fördert das Forschungsprojekt ‚Unravel the power of MICRObial metaBOliTeS to prevent graft versus host disease and cure leukemia relapse (Microbots)‘ von Prof. Dr. Hendrik Poeck, Geschäftsführender Oberarzt der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin III des Universitätsklinikums Regensburg (UKR), mit einem ERC Consolidator Grant. Die Förderung von knapp zwei Millionen Euro wird für einen Zeitraum von fünf Jahren gewährt und unterstützt die Entwicklung neuer immuntherapeutischer Ansätze bei Leukämiepatienten. Für viele Patient:innen mit einer bösartigen Erkrankung des blutbildenden Systems wie Leukämie oder Lymphom ist die Übertragung fremder Stammzellen und die damit verbundene Implementierung eines neuen Immunsystems oft die einzige Chance auf Heilung. Die positiven Ergebnisse dieser Behandlung können jedoch aufgrund von Abstoßungsreaktionen und durch Rückfälle der Grunderkrankung infolge einer unzureichenden Immunantwort gegen die Krebszellen stark beeinträchtigt werden. Es braucht daher dringend neue Therapien, um Rückfälle und Abstoßungsreaktionen zu vermeiden oder zu heilen. Dazu müssen die zugrundeliegenden Mechanismen noch besser verstanden werden. Das Team um Prof. Dr. Hendrik Poeck konnte mit der Entdeckung neuer mikrobieller Signaturen einen wichtigen wissenschaftlichen Schritt in diese Richtung gehen. Die vielversprechenden Erkenntnisse überzeugten auch den Europäischen Forschungsrat. Die Förderung mit einem ERC Consolidator Grant ist

Poeck untersucht seit einigen Jahren die Wechselwirkungen zwischen Stammzelltransplantationen und dem Darm-Mikrobiom. „Die ,Darmflora‘, genauer bezeichnet als das ,Darm-Mikrobiom‘, d. h. die Gesamtheit der Mikroorganismen, die unseren Verdauungstrakt besiedeln, kann die Wirksamkeit einer allogenen Stammzelltransplantation sehr beeinflussen“, erklärt der Spezialist für Akute Leukämien, Stammzelltransplantation und Immuntherapie. So wird ein vielfältiges Darm-Mikrobiom mit günstigen klinischen Ergebnissen in Verbindung gebracht. Doch welche mikrobiellen Bestandteile des Darm-Mikrobioms für die positiven klinischen Effekte bei einer allogenen Stammzelltransplantation verantwortlich sind, muss weiter untersucht werden. Zuletzt konnten Poeck und sein Team neue mikrobielle Signaturen entdecken, die sich positiv auf die klinischen Ergebnisse auswirken. Damit verbunden war auch die Entdeckung einer bestimmten Klasse mikrobieller Botenstoffe, der ‚mikrobiellen Metabolite‘. Das Projekt ‚Microbost‘ wird eine tiefere Charakterisierung dieser schützenden Mechanismen vornehmen und dabei auch analysieren, wie diese mikrobiellen Botenstoffe Immunzell-Gewebe-Interaktionen im Rahmen von Transplantationen beeinflussen. Auf Basis dieser Erkenntnisse sollen klinische Testungen von ausgewählten mikrobiellen Konsortien und bestimmten Metabolitmischungen in allogen stammzelltransplantierten Patienten erfolgen, um sowohl die Ansprechraten zu verbessern als auch die Nebenwirkungen zu reduzieren.

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