Eugen-Münch-Preis: Innovative Arbeiten ausgezeichnet

Die Jury des Eugen-Münch-Preises für innovative Gesundheitsversorgung hat unter mehr als 100 Einsendungen die Gewinner für das Jahr 2022 ausgewählt. „Die prämierten Arbeiten passen perfekt zum Zweck unserer Stiftung: Sie unterstützen unser Anliegen, moderne Medizin so effizient und kostengünstig zu organisieren, dass niemand durch Rationierung ausgeschlossen wird“, so Prof. Dr. Boris Augurzky, Vorstandsvorsitzender der Stiftung

Dipl.-Ing. Marian Haescher ©Stiftung Münch/Sylvia Willax

In der Kategorie Wissenschaft/praktische Anwendung wird Dipl.-Ing. Marian Haescher, Fraunhofer-Institut für Grafische Datenverarbeitung, für die ‚Transformation von Seismokardiogrammen in Mehrkanal-Elektrokardiogramme mittels KI‘ ausgezeichnet. Damit wird es  möglich, durch das einfache Auflegen eines Handys auf die Brust ein Mehrkanal-EKG abzuleiten. Die Herzbewegungen werden mittels der in den Handys eingebauten Sensoren erfasst. Eine KI überträgt die so erhobenen Seismogramme in ein Kardiogramm, wie Ärzte es kennen. So kann zu jeder Zeit, an jedem Ort und ohne das Aufkleben von Elektroden ein Mehrkanal-EKG erstellt werden, das vom Handy des Patienten auf ein Endgerät des Arztes übertragen wird.

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Mario Roser und Ludwig Fendt ©Stiftung Münch/Sylvia Willax

Mario Roser (Exilion Medical) und sein Mitgründer Ludwig Fendt erhalten für eine elektronische, KI-gestützte Echtzeitüberwachung von Kathetern und Drainagen den Preis in der Kategorie ‚bestes Start-up‘. Bisher werden medizinische Schlauchleitungen wie chirurgische Drainagen und Urinkatheter manuell überwacht und protokolliert. Mario Roser und sein Team haben eine Technik entwickelt, mit der das automatisch geschieht. Mittels KI-gestützter Echtzeitüberwachung können Menge und Art des Sekrets kontrolliert und automatisch in der elektronischen Patientenakte protokolliert werden. So können Komplikationen frühzeitig erkannt und vermieden werden. Das Pflegepersonal wird von Überwachungs- und Protokollaufgaben entlastet.

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Die Jury:

  • Barbara Diehl (Chief Partnership Officer, SPRIND – Bundesagentur für Sprunginnovationen)
  • Wolfgang Greiner (Inhaber des Lehrstuhls für Gesundheitsökonomie und Gesundheitsmanagement, Universität Bielefeld und Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen)
  • Heike Haarhoff (Redakteurin Tagesspiegel Background Gesundheit & eHealth; Professorin Kommunikationswissenschaft an der Akkon Hochschule für Humanwissenschaften)
  • Bernadette Klapper (Bundesgeschäftsführerin, Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe – Bundesverband e. V.)
  • Franz Knieps (Vorstand BKK Dachverband e. V.)
  • Ralf Kuhlen (Chief Medical Officer, Helios Health GmbH)
  • Marcel Weigand (Leiter Kooperationen und digitale Transformation der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland & freier Berater)
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