Förderpreis für Palliativmedizin an ein Autorenteam der LMU München

Vor Kurzem hat die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) ihren diesjährigen Förderpreis für Palliativmedizin verliehen: DGP-Präsident Prof. Dr. med. Lukas Radbruch gab im Rahmen des digitalen Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin die Verleihung an eine Autor-/innengruppe der Klinik und Poliklinik für Palliativmedizin, LMU Klinikum München bekannt, die sich mit der bisher größten Studie im internationalen Vergleich zur Effektivität einer Atemnotambulanz um die Weiterentwicklung der Palliativmedizin besonders verdient gemacht hat. Titel der Arbeit: Effectiveness of a specialized breathlessness service for patients with advanced disease in Germany: a pragmatic fast track randomized controlled trial (BreathEase)”. Die multidisziplinäre Jury unter Leitung von Prof. Dr. med. Norbert Frickhofen hat entlang inhaltlicher, wissenschaftlicher und formaler Bewertungskriterien entschieden.

Das Ziel der BreathEase-Studie war laut Autorenteam „die Evaluation der Wirksamkeit und der Kosteneffektivität einer multi-professionellen Atemnot-Ambulanz auf den Umgang mit und das Beherrschen von Atemnot und die Lebensqualität von Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenen chronischen nicht-malignen oder malignen Erkrankungen und deren Angehörigen.“ Dies vor folgendem Hintergrund: „Atemnot ist ein häufiges und stark belastendes Symptom bei fortgeschrittenen nicht-malignen und malignen Erkrankungen, insbesondere bei chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen, Lungenfibrose, pulmonaler Hypertonie, chronischer Herzinsuffizienz und Tumorerkrankungen.“

Dr. Michaela Schunk und ihre Mitautor-/innen: „Die eingereichte Studie ist die bisher größte Studie im internationalen Vergleich, die die Effektivität einer Atemnotambulanz beschreibt. Früher veröffentlichte Studien stammen v. a. aus England. Wir haben das in England entwickelte Modell einer Atemnotambulanz erfolgreich auf das deutsche Gesundheitssystem übertragen und mit der BreathEase Studie für Deutschland eine neue und umfassende Datengrundlage geschaffen.“ Die Studie wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Zur Förderung der klinischen Wissenschaft verleiht die DGP e. V. seit 1999 auf ihren Jahrestagungen den „Förderpreis für Palliativmedizin“ – seit 2019 aus eigenen Mitteln. Die Auswahl der Preisträger wird von einem Fachgremium vorgenommen. Der Preis in Höhe von 6.000 Euro wird jährlich ausgeschrieben.

Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP)

Die 1994 gegründete Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin steht für die interdisziplinäre und multiprofessionelle Vernetzung aller in der Palliativmedizin Tätigen und verzeichnet über 6.000 Mitglieder aus der Medizin, der Pflege und weiteren in der Palliativversorgung tätigen Berufsgruppen. Anliegen der wissenschaftlichen Fachgesellschaft ist es, die Fortentwicklung der Palliativmedizin interdisziplinär und berufsgruppenübergreifend auf allen Ebenen zu fördern.

www.palliativmedizin.de

Bild: Preisträgerinnen des Klinikums der Universität München (v.l.n.r.) Dr. Zulfiya Syunyaeva, Prof. Claudia Bausewein, Dr. Berger, Dr. Birgit Haberland, Dr. Susanne Tänzler, Dr. Michaela Schunk, Sabine Streitwieser.

Bildquelle: LMU Klinikum München, Bert Woodward (Fotograf)

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