HörCentrum Dresden: Weg zur individuellen Therapie

Das 2023 etablierte HörCentrum der Hochschulmedizin Dresden am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus steht den Patienten dort als Kompetenzzentrum für die Diagnostik und Therapie von Hörstörungen und Ohrerkrankungen zur Verfügung.

Dr. Susen Lailach (l.) kontrolliert regelmäßig im HörCentrum des Uniklinikums Dresden die Hörsysteme von Charly und seiner Mutter Marie Holtzsch. Charly trägt ein teilimplantiertes System, bei dem ein Audioprozessor außen am Kopf die Schallsignale umwandelt und an das Implantat weiterleitet. ©UKD/Marc Eisele


Mit dem HörCentrum der Hochschulmedizin Dresden hat sich am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden eine neue Struktur etabliert, die Patienten ein Kompetenzzentrum für die Diagnostik und Therapie von Hörstörungen und Ohrerkrankungen bietet. Die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit soll am Uniklinikum die individuell beste Versorgung gewährleisten. „Mit dem HörCentrum haben wir die gesamte Expertise rund um das Ohr und das Hören zusammengeführt. Nach einem Jahr sehen wir erste Erfolge dieser neuen Versorgungsstruktur“, sagt Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand am Uniklinikum. Um die wohnortnahe Versorgung auch in ländlichen Regionen zu verbessern, kooperiert das HörCentrum mit niedergelassenen Akustikern und möchte damit die Versorgung in der Fläche sicherstellen. „Von dieser Zusammenarbeit profitieren Patientinnen und Patienten, die für Diagnostik, Therapie und operative Eingriffe die Expertise am Uniklinikum nutzen, bei Problemen mit ihren Hörgeräten aber wohnortnah betreut werden wollen“, so Prof. Marcus Neudert, Leiter des HörCentrums.

Das 2023 neu gegründete HörCentrum am Uniklinikum vereint die langjährige Expertise in der Untersuchung und Behandlung von Ohrerkrankungen und Hörstörungen und bietet Betroffenen individuelle und auf sie zugeschnittene Hilfe in Spezialsprechstunden. Im ersten Jahr wurden rund 1.000 Patientinnen und Patienten aus ganz Sachsen betreut, bei etwa der Hälfte von ihnen wurde eine Operation durchgeführt. Symptome und Beschwerden rund um das Ohr oder das Hören sind vielschichtig und werden vor allem im Kindesalter oft spät erkannt. Besonders wichtig für eine normale Entwicklung des Sprechvermögens ist die frühe Diagnose einer Hörstörung schon kurz nach der Geburt. Im HörCentrum werden bereits Babys im Alter von wenigen Wochen mit großer Expertise behandelt und mit Hörsystemen ausgestattet. Die wohnortnahe Betreuung durch Hörakustiker erleichtert insbesondere Familien den Umgang mit der Erkrankung und verkürzt Wege.

Das Universitätsklinikum bietet Patienten mit Hör- und Ohrproblemen drei spezialisierte Sprechstunden an. In der Spezialsprechstunde für implantierbare Hörsysteme erhalten Betroffene Beratung zu den Möglichkeiten und Grenzen der Versorgung mit teilimplantierbaren Hörsystemen. Neben einer ausführlichen Hördiagnostik einschließlich der Überprüfung der bisherigen Hörgeräteversorgung erfahren Patienten anhand der vorliegenden Art und Ausprägung der Schwerhörigkeit mehr über die Möglichkeiten einer optimalen, individuellen Therapie. In der Allgemeinen Ohr- und Hörsprechstunde untersuchen und beraten die Experten zu allen Ohrerkrankungen und allen Formen der Schwerhörigkeit. Die Sprechstunde für kindliche Hörstörungen (pädaudiologische Sprechstunde) deckt neben der Früherkennung und Therapie von Hörstörungen im Säuglingsalter (Neugeborenenhörscreening) auch die Diagnostik von Hörstörungen bei kleinen Kindern inklusive der Beurteilung des (Sprach-) Entwicklungsstandes sowie die Beurteilung hinsichtlich hörverbessernder Operationen in Abhängigkeit des individuellen Hörverlustes ab. Hierbei geht es auch um die mögliche Einleitung der Versorgung mit modernen Hörsystemen, implantierbaren Hörsystemen bis hin zu Cochlea-Implantaten in Abhängigkeit vom individuellen Hörverlust.

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