Im Rolli über Stufen und Rampen

Üben an der Rollstuhlrampe des Busses der Verkehrsbetriebe. © BDH-Klinik Greifswald

Menschen, die nach einem Unfall oder durch eine Krankheit einen Rollstuhl benutzen müssen, stehen vor vielen kleinen und großen Hürden im Alltag. Die BDH-Klinik Greifswald ist auf die Rehabilitation gelähmter Personen spezialisiert und bietet regelmäßig Mobilitätstrainings für die Patienten an. Seit 2016 kooperiert die Greifswalder Klinik mit den Verkehrsbetrieben Greifswald GmbH, die mit einem Bus zu Trainingszwecken auf das Klinikgelände kommen. Die Busse sind rollstuhlgerecht und verfügen über eine integrierte Rampe. Über eine schmale Rampe in den Bus zu gelangen, braucht Übung. Beim Mobilitätstraining mit dem Stadtbus können Patient:innen unter therapeutischer Anleitung und ohne Zeitdruck das Ein- und Aussteigen üben. Es geht auch um die beste Technik beim Einsteigen bis zur richtigen Positionierung und Sicherung des Rollstuhls für die Fahrt. Bereits im Vorfeld ist auch der Weg zum Bus zu beachten, der selten eben ist: Daher werden auch die grundlegenden Techniken, zum Beispiel das ‚Meistern‘ von Kopfsteinpflaster und Bordsteinkanten im Rollstuhlparcours der Klinik trainiert.

Der klinikeigene Trainingsparcours bereitet Rollstuhlfahrende auf Treppen und Kopfsteinpflaster vor. © BDH-Klinik Greifswald

Die Verkehrsbetriebe Greifswald informieren auch über die aktuell gültigen Beförderungsbedingungen für Rollstühle und Elektromobile im öffentlichen Stadtbusverkehr. Die erworbenen Fähigkeiten werden dann regelmäßig in ‚freier Wildbahn‘ umgesetzt. Das Training soll dazu führen, dass sich alle ohne Unsicherheiten bewegen und trotz Handicap wieder am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.

„Es ist für unsere Patienten ein großer Gewinn, sich in diesem geschützten Rahmen ausprobieren zu können und somit Sicherheit für den Alltag zu gewinnen“, sagt Doris Rautenberg, stellvertretende Fachbereichstherapeutin Ergotherapie an der BDH-Klinik Greifswald, den Greifswalder Verkehrsbetrieben für die vertrauensvolle, unkomplizierte und verlässliche Zusammenarbeit dankbar ist.

„Diese Praxiserfahrung bereitet unsere Patient:innen auf den Alltag außerhalb der Klinik vor“, so Klinik-Geschäftsführer Roger Gierczak. „Leider sind viele Bereiche noch nicht barrierefrei zugänglich. Daher möchten wir mit dem Training die besten Voraussetzungen für ein selbstständiges Leben schaffen.“

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