Infektionsschutz an Gebäude- und Geländezugängen

Seit Beginn dieses Jahres fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung ein disziplinübergreifendes Forschungsprojekt mit rund einer Million Euro. Es soll helfen, das Risiko für Covid-19-Ausbrüche in Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen zu minimieren. Im Rahmen des Forschungsnetzwerks ‚InfectControl‘ entwickeln Forschende der Universität Braunschweig und der Charité – Universitätsmedizin Berlin gemeinsam eine praxistaugliche, architektonische Musterlösung für Gebäudezugänge. Das entwickelte modulare System soll schließlich auf dem Areal der Charité errichtet und getestet werden.

Dazu haben Architekt*innen gemeinsam mit Mediziner*innen sämtliche Anforderungen des Infektionsschutzes erfasst: An welchem Punkt werden die eintretenden Personen erkannt und informiert und wo zum Beispiel erfolgt die Ausgabe von Schutzmaterial? Wie lassen sich Personenströme räumlich aber auch zeitlich entzerren? Wo erfolgen die Tests? Und schließlich: Welche Person erhält Zugang zu welchem Bereich?

Maximilian Gertler vom Institut für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit der Charité koordiniert die SARS-CoV-2-Untersuchungsstelle an der Charité und ist am Projekt beteiligt. „Dabei denken wir zurzeit natürlich an COVID-19, haben aber auch Lösungen im Blick, die nach dieser Pandemie bei anderen Infektionserregern wirken können“, so Gertler.

Die systematisch erfassten medizinischen Anforderungen übersetzt das Team um Michael Bucherer in eine bauliche Lösung. Der Architekt leitet das Projekt und ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Konstruktives Entwerfen, Industrie- und Gesundheitsbau an der TU Braunschweig.

„Knackpunkte sind für uns genau diese Übergänge, an denen Personen mit ungeklärtem Infektionsstatus in einen sensiblen Bereich eintreten“, sagt Bucherer. Das entwickelte architektonische Konzept soll künftig als modulares System unter anderem in Größe, Ausstattung und Einsatzort flexibel einsetzbar sein und optimal auf das jeweilige Infektionsgeschehen reagieren können.

InfectControl – gemeinsam stark gegen Infektionen:

Das Forschungsnetzwerk InfectControl vereint Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft, die gemeinsam neue Strategien zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten entwickeln. Die Forschungsprojekte des im BMBF-Programm „Zwanzig20 – Partnerschaft für Innovation“ geförderten Konsortiums überschreiten die Grenzen klassischer Fachdisziplinen und betrachten Infektionen konsequent nach dem One-Health-Ansatz. Ein wichtiger Forschungsschwerpunkt von InfectControl sind Mobilität und Infrastruktur. Forschende des Netzwerks untersuchen beispielsweise, wie präventive architektonische Voraussetzungen Infektionsausbreitungen in Krankenhäusern verhindern können.

Bild: Wissenschaftler*innen erforschen bauliche Lösungen, die Testkonzepte und Abläufe an Eingängen optimieren und den Infektionsschutz erhöhen sollen.

Bildquelle: Steven Hahnemann, TU Braunschweig

Zurück