Initiative Green HospitalPLUS

Prof. Dr. Axel Tuma, Präsidentin Prof. Dr. Doering-Manteuffel und Prof. Dr. Harald Kunstmann bekommen von Gesundheitsminister Klaus Holetschek einen Scheck über die Fördersumme des Forschungsprojekts zu Green HospitalPLUS überreicht. ©Fotostelle Uni Augsburg

Der Freistaat Bayern will bis 2040 klimaneutral werden. Auch der Gesundheitssektor ist dabei relevant – mit einem Anteil von etwa fünf Prozent an den nationalen Treibhausgasemissionen. Mit der Green Hospital Initiative hatte das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege schon 2011 einen Beitrag zur Energiewende initiiert, um die Energieeffizienz von Krankenhäusern zu verbessern. Die Initiative wurde mittlerweile unter dem Label ‚Green HospitalPLUS‘ um die Dimensionen ‚Umwelt‘ und ‚Mensch‘ ergänzt; sie soll durch das neue Augsburger Forschungsprojekt zu einem ganzheitlichen, indikatorbasierten Nachhaltigkeitsinstrument für bayerische Krankenhäuser werden.

„Mit der Weiterentwicklung unserer Green HospitalPLUS Initiative treiben wir den Klimaschutz in den bayerischen Kliniken voran. Ich freue mich sehr, dass das Zentrum für Klimaresilienz uns auf diesem Weg mit seiner wissenschaftlichen Expertise begleitet“, so Gesundheitsminister Klaus Holetschek anlässlich der Übergabe des Förderbescheids. „Unser Zentrum für Klimaresilienz hat mit seinen vielfältigen Disziplinen und seiner interdisziplinären Vernetzung die richtigen Kompetenzen, um die Green HospitalPLUS Initiative konstruktiv und ganzheitlich zu unterstützen“, sagt Prof. Dr. Sabine Doering-Manteuffel, Präsidentin der Universität Augsburg.

Das neue Projekt ist mit sieben Forschenden aus dem Resource Lab, der Kommunikationswissenschaft und der Wirtschaftswissenschaft gestartet und wird von Prof. Dr. Axel Tuma, stellvertretender Direktor des Zentrums für Klimaresilienz, geleitet. „Mit den Augsburger Ergebnissen ermöglichen wir eine Bewertung der Nachhaltigkeit von Krankenhäusern und entwickeln Angebote für wissenschaftlich fundierte und praxisorientierte Verbesserungsmaßnahmen“, fasst er den Forschungsauftrag zusammen.

Neben energieeffizienten Gebäuden, der Nutzung regenerativer Energien, umweltfreundlichen Lieferketten und Abfallvermeidung gibt es Bereiche, die besonders in der Gesundheitsversorgung, die explizit untersucht werden: „Beispielsweise lohnt sich ein Blick darauf, welches Narkosegas verwendet wird. Manche haben eine Treibhauseffekt mit der bis 2540-fachen Wirkung von CO2. Scheren oder andere Instrumente werden oft nur einmal verwendet und weggeworfen“, erklärt Tuma. Würden sie sterilisiert, könnte man sie wiederverwenden und Ressourcen schonen, was jedoch mehr Personalaufwand bedeute. Weitere Ansatzpunkte können die Senkung des CO2- und Wasserverbrauchs oder auch Stoffströme sein – etwa. bei Verpackungsmaterial. Für all diese und weitere Facetten werden die Wissenschaftler:innen praxisorientierte niedrigschwellige Lösungen für Krankenhäuser entwickeln.

Zunächst wird neben einer Befragung aller bayerischen Krankenhäuser eine repräsentative Erhebung an mindestens 25 Plankrankenhäusern der Grund-, Maximal- und Schwerpunktversorgung durchgeführt. Den Forschenden ist wichtig, die betroffenen Akteure der Gesundheitseinrichtungen vor Ort zu beteiligen. Welche Möglichkeiten und Nöte gibt es vor Ort? Welche Vorzeigebeispiele gibt es? Was wird für mehr Nachhaltigkeit benötigt? Welche Kennzahlen können herangezogen werden?

In einem weiteren Schritt werden die entwickelten Indikatoren und Maßnahmen an ausgewählten Krankenhäusern und Fachkliniken erprobt, bewertet und weiterentwickelt. Es wird geprüft, inwieweit die Vorschläge umsetzbar sind. Auch die Versorgungssicherheit ist dabei ein relevanter Aspekt.

Ein weiterer Aspekt des Projekts ist die Fortentwicklung des Labels ‚Green HospitalPLUS‘, das besonders nachhaltige Krankenhäuser auszeichnet. Die Kommunikationswissenschaftler:innen der Universität Augsburg erforschen, wie bekannt die Auszeichnung ist und wie sie wahrgenommen wird. Sie untersuchen, welche Faktoren zur Akzeptanz des Labels Green HospitalPLUS beitragen.

www.uni-augsburg.de

www.stmgp.bayern.de/meine-themen/fuer-krankenhausbetreiber/green-hospital-plus/

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