Johann-Peter-Frank-Medaille für Angela Merkel

Der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) hat Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel die Johann-Peter-Frank-Medaille verliehen. Der Verband verleiht die Medaille jedes Jahr an Personen, die sich in besonderer Weise für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) eingesetzt haben.

„Sie, liebe Frau Dr. Merkel, haben im vergangenen Jahr frühzeitig erkannt, welche wichtige Rolle der ÖGD bei der Bekämpfung der Pandemie einnimmt“, sagte die Vorsitzendes des BVÖGD, Dr. Ute Teichert, bei der Verleihung im Kanzleramt. Dieser Erkenntnis habe die Kanzlerin sehr schnell Taten folgen lassen: Im Rahmen eines Konjunkturpakets der Bundesregierung wurde der „Pakt für den ÖGD“ beschlossen, mit dem der Bund bis 2026 vier Milliarden Euro zur Verfügung stellt. Mit diesen Mitteln sollen bundesweit 5.000 neue Stellen im ÖGD eingerichtet und die Gesundheitsämter technisch aufgerüstet werden.

„Die Unterstützung mit finanziellen Hilfen ist sicher ein wichtiger Schritt, aber Sie haben den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Gesundheitsämtern von vornherein den Eindruck vermittelt, dass ihre Arbeit wertgeschätzt wird“, sagte Teichert. So habe die Kanzlerin sich im September vergangenen Jahres mehrere Stunden Zeit genommen, um in einer Webkonferenz mit verschiedenen Gesundheitsämtern ins Gespräch zu kommen. Auch in ihren Statements im Anschluss an die Ministerpräsidentenkonferenzen habe die Kanzlerin stets die Herausforderungen für den ÖGD hervorgehoben und auch in ihrer Neujahrsansprache die Arbeit der Gesundheitsämter explizit gewürdigt, so die BVÖGD-Vorsitzende.

Die Bundeskanzlerin sagte bei der Preisverleihung, der ÖGD nehme eine Schlüsselrolle bei der Bewältigung der Corona-Pandemie ein: „Der ÖGD ist ein ganz besonderes Kernstück unserer Daseinsvorsorge.“ Angesichts der gewachsenen Herausforderung bedürfe es dazu der Unterstützung durch Bund und Länder. „Daher ist es von großer Bedeutung, dass wir unter anderem den sogenannten Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst beschlossen haben, um Sie in digitaler und personeller Hinsicht besser ausrüsten zu können“, so die Kanzlerin.

Ute Teichert forderte, den Gesundheitsschutz der Bevölkerung nachhaltig zu sichern und warnte davor, den ÖGD auf die Pandemiebekämpfung zu reduzieren – das habe zum Beispiel die Flutkatastrophe in den vergangenen Wochen überdeutlich gezeigt. „Über die Pandemiebekämpfung und den Katastrophenschutz hinaus haben ÖGD und Gesundheitsämter ein sehr breit gefächertes Aufgabenspektrum“, so Teichert. Dazu gehörten unter anderem Impfungen und Impfberatung, schul-, kinder-, jugend- und zahnärztlicher Dienst, Schwangeren- und Mütterberatung, Kontrollfunktionen im Bereich der Krankenhaus-, Umwelt- und Seuchenhygiene, Beratung und Hilfsangebote für psychisch Kranke, die regelmäßige Erstellung von amtsärztlichen Gutachten und Zeugnissen sowie die Mitwirkung an der Gesundheitsberichterstattung in den Ländern und Kommunen. Der ÖGD sei die einzige Einrichtung im Gesundheitswesen mit direktem Zugang zu Institutionen der Kinderbetreuung und der Schulen, damit könnte er auch sozial benachteiligte Gruppen vor Ort aufsuchen und direkt ansprechen.

Johann Peter Frank, ein Zeitgenosse Goethes, lebte von 1745 bis 1821 und gilt als Pionier für Hygiene und öffentliche Gesundheit. Ein Video über seine Arbeit ist abrufbar unter: www.akademie-oegw.de.

Bildquelle: AÖGW / Naundorf

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