Klinikum Leverkusen eröffnet neue fünf Kreißsäle und einen OP für Kaiserschnitte

Kann Architektur Geburten positiv beeinflussen? Empirische Untersuchungen scheinen das zu bestätigen. Daher hat das Klinikum Leverkusen bei den Planungen für seine neuen Kreißsäle Gefühle, Bedürfnisse und Erwartungen gebärender Frauen berücksichtigt. Der Planungsansatz für die neue Geburtsstation im Mutter-Kind-Zentrum des Klinikums basierte darauf, Räume zu bauen, die Gebärenden guttun, statt nur zu funktionieren und den Geburtsprozess effizient zu gestalten. „Unser Ziel war es mit dem neuen Kreißsaal auch bessere Geburten im Sinne von Frauen und Neugeborenen zu fördern“, sagt die Leitende Hebamme Alin Glaus. „Das heißt, weniger Geburtseinleitungen, Damm- und Kaiserschnitte.“

Frauen sollten sich im Kreißsaal aktiv und frei bewegen können. Das allein kann schon schmerzlindernd wirken und eine aktive Geburt fördern. Jeder Kreißsaal ist mit einer eigenen Entspannungs- oder Gebärwanne und einem Badezimmer ausgestattet, sodass viel Privatsphäre gesichert ist. Das Lichtkonzept soll stresslösend wirken, ist aber auch individuell anpassbar. Die Frauen und ihre Geburtsbegleitung können in jedem Kreißsaal individuell Musik abspielen. Die technische Ausstattung, vor allem die Medizintechnik, ist auf dem neuesten Stand, bleibt jedoch soweit wie möglich im Hintergrund. Als zertifiziertes Perinatalzentrum der höchsten Versorgungsstufe (Level 1) behandelt das Klinikum auch schwer erkrankte Neugeborene und Frauen. Das Klinikum stellt Frauen und Neugeborenen bis hin zur Neonatologie ein sehr breites medizinisches Spektrum zur Verfügung, doch die Geburtsräume selbst sollen so wenig wie möglich an ein Krankenhaus erinnern.

Maßgeblich ist bei einer Geburt auch die Philosophie der Hebammen und Gynäkolog:innen. In vielen Krankenhäusern müssen Frauen sich standardisierten Prozessen unterwerfen. „Wir wollen, dass jede Frau ein individuelles und einzigartiges Geburtserlebnis hat“, sagt Alin Glaus. „Bei uns werden Frauen nicht entbunden, sondern sie gebären ihr Kind.“ Das Personal sei im besten Fall nur da, um zu unterstützen.

„Ziel des Klinikums Leverkusen ist es, möglichst sichere Geburten für Mutter und Kind zu garantieren. Dies ergibt sich aus der Kombination von geburtshilflicher und neonatologischer Expertise, personeller, technischer und eben auch baulicher Infrastruktur“, erklärt Dr. Alexander di Liberto, Kommissarischer Leiter der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe.

Die neue Geburtshilfe verfolgt ein Tür-an-Tür-Konzept, sodass neben den Kreißsälen auch ein OP für Kaiserschnitte auf der ersten Etage des Gebäude 1.L untergebracht ist. Kinderintensivstation und Kinderklinik befinden sich auf der gleichen Ebene. Diese Nähe gibt den werdenden Müttern Sicherheit.

2021 sind im Klinikum Leverkusen bereits 1768 Kinder auf die Welt gekommen. Durch den neuen und größeren Kreißsaal erwartet das Kreißsaal-Team noch mehr Frauen, die zur Geburt nach Leverkusen kommen. „Wir freuen uns deshalb über Hebammen oder Entbindungshelfer, die zu uns ins Team kommen möchten,“ erklärt Alin Glaus.

Ein nächster Schritt ist die Einrichtung eines zusätzlichen reinen Hebammenkreißsaals. Dafür hat das Klinikum eine Förderung vom Land NRW erhalten. Die Pläne stehen allerdings noch am Anfang.

www.klinikum-lev.de

Bild: Ein Teil des Kreißsaalteams mit der Geschäftsführung beim Startschuss.

Bildquelle: Klinikum Leverkusen

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