Klinikum Stuttgart übernimmt Sana-Herzchirurgie

Das Klinikum Stuttgart wächst: Seit dem 2. Januar sind das Krankenhaus vom Roten Kreuz in Bad Cannstatt, die Sana Herzchirurgie Stuttgart und das Pneumologisch-Neurologische-Zentrum der Sana Kliniken AG Teil des städtischen Klinikums.

Krankenhaus vom Roten Kreuz Bad Canstatt (RKK). ©Sana


Das Klinikum Stuttgart, die Sana Kliniken AG sowie der DRK-Landesverband Baden-Württemberg e. V. (Minderheitsgesellschafter des Krankenhauses vom Roten Kreuz) hatten sich vergangenes Jahr auf die Übernahme des Krankenhauses vom Roten Kreuz in Bad Cannstatt (RKK), der Sana Herzchirurgie Stuttgart (SHS) und des Pneumologisch-Neurologische-Zentrums (PNZ) der Sana Kliniken AG durch das Klinikum Stuttgart geeinigt. Nach der Genehmigung des Bundeskartellamtes vom 19.12.2023 konnten die finalen Verkaufsverhandlungen am 22.12.2023 mit der entsprechenden Vertragsbeurkundung erfolgreich abgeschlossen werden, hieß es aus dem Klinikum, die Übernahme erfolgte zum 2. Januar 2024. Damit biete das Klinikum Patienten mit Herz- oder Lungenerkrankungen aller Altersgruppen jetzt eine umfassende interdisziplinäre Versorgung aus einer Hand.

Thomas Lemke, Vorstandsvorsitzender der Sana Kliniken AG, sieht eigenes Handeln der Krankenhausträger als essentiell, um der Verantwortung für eine andere Art von Versorgungsstrukturen gerecht zu werden und einem „politisch gewollten kalten Strukturwandel im Bereich der Krankenhäuser aktiv zu begegnen,“ sagte er anlässlich der Vertragsunterzeichnung. Die Entscheidung, die Spezialkliniken im Bereich der Herzchirurgie und der Pneumologie und das MVZ PNZ GmbH im Rahmen des kartellrechtlich Zulässigen in die Hände des Klinikums Stuttgart als örtlicher Maximalversorger zu legen, sei ein Schritt im Sinne nachhaltiger Versorgungssicherheit und damit im Sinne der Patientinnen und Patienten sowie der Mitarbeitenden und entspreche der Idee, dass Leistungsangebote zukünftig gebündelt und zentralisiert würden.

Barbara Bosch, Präsidentin des DRK-Landesverbands Baden-Württemberg, der 26 Prozent der Anteile am RKK hält, bedauerte, dass die über 100-jährige Geschichte des Krankenhauses vom Roten Kreuzes aufgrund der Umstände zu Ende gehe. Allerdings freue sie sich, „dass durch die Übernahme kein Arbeitsplatz verloren geht und die medizinische und pflegerische Versorgung in und um Stuttgart mithilfe unserer Fachkräfte aufrechterhalten bleibt.“

Mit der jetzt getroffenen Vereinbarung würden die Beschäftigten dieser Häuser eine sehr sichere und attraktive Perspektive erhalten und könnten ihre Leistungen weiter für eine starke medizinische Versorgung in der Landeshauptstadt einbringen.

Das Krankenhaus vom Roten Kreuz in Bad Cannstatt, eine Spezialklinik für Pneumologie, Intensiv- und Beatmungsmedizin mit 103 Betten, hatte bereits vor Ende Dezember geordnet den Betrieb ruhend gestellt. Die Patienten wurden seither im Klinikum Stuttgart versorgt, wo die klinischen Teams die Kapazitäten zum Jahreswechsel voll hochgefahren haben. Die Sana-Herzchirurgie Stuttgart war bereits fester Kooperationspartner des Klinikums Stuttgart im gemeinsamen zertifizierten Herzzentrum und an dessen Standort verortet. Mit der Übernahme der Sana Herzchirurgie mit ihren 66 Betten durch das Klinikum Stuttgart können die bisher kooperativ erbrachten Leistungen nun vollständig vom Klinikum Stuttgart als größtem Maximalversorger in Baden-Württemberg geleistet werden.

Das Klinikum Stuttgart erweitert mit den Übernahmen seinen kardiopulmonalen Leistungsschwerpunkt konsequent. Der Vorstand des Klinikums Stuttgart, Prof. Dr. Jan Steffen Jürgensen, hob besonders die Vorteile für die Patienten in der Metropolregion hervor: „Mit der Zusammenführung herausragender Fachkliniken unter dem Dach des größten Maximalversorgers in Baden-Württemberg ergibt sich eine enorme Qualität. Wir bringen führende Lungenfachärzte mit exzellenten Thoraxchirurgen zusammen, die auf alle diagnostischen und therapeutischen Disziplinen von der Molekularpathologie bis zur Strahlentherapie bauen können. Auch für die Herzchirurgie sind im Klinikum Stuttgart alle wichtigen Partnerdisziplinen vorhanden: eine starke Kardiologie, die Kinderkardiologie mit Deutschlands größter Kinderklinik, Intensivmedizin, Gefäßchirurgie mit Aortenzentrum und viele mehr.“ Die Behandlungsmöglichkeiten seien nun nahtlos, aus einer Hand und unter einem Dach, so Jürgensen, und die gemeinsame Stärke sei qualitativ sicherlich auch überregional Spitze.

Zurück