Leben – so lange und so gut wie möglich

Zuwendung ist für Palliativpatient:innen so wichtig wie eine gute medizinische Versorgung. Auf dem Bild ist eines der zehn Patientenzimmer der neuen Palliativstation des Universitätsklinikums rechts der Isar zu sehen. ©Kathrin Czoppelt, Universitätsklinikum rechts der Isar

Auf der neuen Palliativstation am Universitätsklinikum rechts der Isar in München stehen Selbstbestimmung und Würde schwerstkranker und sterbender Menschen im Mittelpunkt. Der Alltag auf dieser Station ist dennoch voller Leben und wertvoller Augenblicke. Anders als im klassischen Klinikbetrieb herrscht hier kaum Hektik. Die wenige Zeit, die vielen Betroffenen noch bleibt, will man ganz bewusst gestalten – zusammen mit den Patient:innen und deren Angehörigen.

Die neue Station wirkt auf den ersten Blick wie eine große Familienwohnung. Zehn Einzelzimmer mit eigenem Bad, ein Wohnbereich, eine Küche, ein Balkon mit Blick in den Garten. „Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht, die bestmögliche Lebensqualität zu erreichen oder zu erhalten. Leben – so lange und so gut wie möglich“, sagt Prof. Dr. Johanna Anneser, Leiterin des Funktionsbereichs Palliativmedizin der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Zusammen mit ihrem multiprofessionellen und fachübergreifenden Team kümmert sie sich auf der Station U1a um schwerstkranke und sterbende Menschen. Ihre Arbeit beginnt also dort, wo es nicht mehr um Heilung, sondern oft um einen würdevollen Abschied geht, einen Abschied ohne Leiden.

Anders als in einem Hospiz steht auf der Palliativstation das komplette diagnostische und therapeutische Spektrum eines Universitätsklinikums bereit. Es gilt, Schmerzen, Atemnot, Übelkeit oder Verwirrtheit zu bekämpfen. „Uns Mediziner:innen fällt es oft schwer zu sagen: ,Ich kann Ihnen keine weitere Chemotherapie oder Bestrahlung anbieten‘“, so Anneser. Aber manchmal müsse man genau das machen – müsse genau hinschauen, wie lange Therapien sinnvoll seien.

Auf der Palliativstation gehört ein Mehr an Zuwendung zum Standard, ebenso seelsorgerische Angebote oder Psycho- und Physiotherapie. Dank eines externen Sponsors gibt es im rechts der Isar auch Musiktherapie. Im Schnitt blieben die meisten Patient:innen rund zwei Wochen. Ist eine Entlassung nicht mehr möglich, begleitet das Team Patient:innen und Angehörige auch durch die letzten Lebenstage.

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