Lebensretter vom Sofa aus

Egal ob Nerd, Influencer oder Binge Watcher: Jeder Mensch kann Leben retten. Darauf weist die Freiburger Stammzelldatei des Universitätsklinikums Freiburg in ihrer neuen Kampagne hin. Denn mit der passenden Stammzellspende kann Menschen geholfen werden, die an Blutkrebs, einer Immunschwäche oder einer anderen lebensbedrohlichen Krankheit leiden. Doch während der Corona-Pandemie ist die Zahl an neu registrierten Spender*innen stark gesunken. „Die Aufnahme in die Freiburger Stammzelldatei ist sehr einfach, kann zu Hause vom Sofa aus geschehen und rettet im besten Fall Leben. Die Typisierung sollte so selbstverständlich sein wie die eigene E-Mail-Adresse“, sagt Prof. Dr. Justus Duyster, Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin I des Universitätsklinikums Freiburg. Interessierte können sich melden unter stammzelldatei@uniklinik-freiburg.de oder telefonisch unter 0761 270-74640 und erhalten das komplette Test-Set nach Hause geschickt. Außerdem besteht die Möglichkeit, sich im Rahmen einer Blutspende am Universitätsklinikum Freiburg typisieren zu lassen.

 

Zusätzlich zur Corona-Pandemie führt ein zweiter Effekt zu einem Rückgang der Spenderzahlen: Viele der bisher registrierten Spender*innen scheiden in den nächsten Jahren aus Altersgründen aus. Darum sollen mit der Kampagne „Ich bin Nerd/Influencer/Binge Watcher/Pumper. Welcher Typ bist Du?“ passend zum Semesterstart gezielt junge Menschen angesprochen werden. Denn die Wahrscheinlichkeit als Stammzellspender*in angefragt zu werden, ist an sich sehr gering. „Je früher Menschen sich registrieren, desto höher ist die Chance, dass sie einmal mit einer Stammzellspende helfen können“, sagt Duyster.

 

Voraussetzung für den Erfolg einer Stammzelltransplantation ist die genetische Übereinstimmung bestimmter Gewebemerkmale von Patient*in und Spender*in, den HLA-Merkmalen. Die HLA-Merkmale werden bei der Typisierung bestimmt. Dafür reicht es, sich mit dem im Test-Set mitgelieferten Wattestäbchen die Wangenschleimhaut abzustreichen. „Der Wangenabstrich ist einfach und nicht mit einem Corona-Abstrich zu vergleichen“, so Dr. Julia Braun, Leiterin der Freiburger Stammzelldatei am Universitätsklinikum Freiburg.

 

Aktuell sind in der Freiburger Stammzelldatei fast 68.000 Spender*innen registriert. Deutschlandweit sind es etwa 9 Millionen, weltweit knapp 37 Millionen. Dennoch findet fast jeder zehnte Patient keinen passenden Spender.

 

Informationen:
www.freiburger-stammzelldatei.de

Zurück