Luca, Stationshund im BKH Augsburg

Stationshund Luca lässt sich von seiner Besitzerin Sarah Brandl gerne streicheln, aber auch von den Patienten im BKH. Umgekehrt lieben ihn die Patienten, er tut ihnen gut. Der Vierbeiner trägt zu einer entspannten Atmosphäre auf Station bei. ©Georg Schalk, Bezirkskliniken Schwaben

Erstmals gibt es im Bezirkskrankenhaus (BKH) Augsburg einen Stationshund. Er heißt Luca, ist sieben Jahre alt, vermutlich ein Kelpie-Mix, und kam im Alter von vier Monaten über den Tierschutz von Bosnien nach Deutschland. Der schwarze Vierbeiner mit den treuen Augen arbeitet seit 1. Mai 2022 auf der Station A1, einer Adoleszenten-Station. Dort werden Patient:innen im Alter zwischen 18 und 27 Jahren behandelt, die traumatische Erfahrungen gemacht haben oder unter Persönlichkeitsstörungen leiden. Die ersten Begegnungen mit dem Hund sind sehr positiv.

Stationsleiterin Alexandra Will und Sarah Brandl, Heilerziehungspflegerin, ausgebildete Reittherapeutin und Besitzerin von Luca, beschreiben eine zunächst angespannte Gesprächsrunde unter ihren Patienten – bis der Hund kam. „Er hat die Situation gerettet“, sagt Sarah Brandl, „als die Patienten ihn sahen, fuhren sie runter und wurden plötzlich ganz ruhig“. Sie sei überrascht, wie viel die jungen Frauen und Männer beim Gassigehen dem Tier erzählen und wie sehr sie sich ihm öffnen. „Auf diese Weise erfahren wir viel, was uns in unserer Arbeit weiterhilft.“

Luca ist zwei- bis dreimal pro Woche im Stationsalltag dabei. Gemütlich schlendert er von Patient zu Patient und lässt sich von jedem, der es will, streicheln. Der Hund genießt es. Und die Patient:innen und Patienten auch. Luca hilft dabei, emotionale Instabilität zu überwinden. Sarah Brandl hatte die Idee, zum Stationshund zu machen und stieß in der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik auf offene Ohren. Um die Idee in die Praxis umzusetzen, wurde in der Klinik unter Federführung von Oberärztin Dr. Susanne Hartmann eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen. Aufgrund der guten Erfahrungen plant das BKH das tiergestützte Therapieangebot auszubauen.

Bis der Vierbeiner im BKH eingesetzt werden konnte, musste ein Gutachten bescheinigen, dass er für diese Tätigkeit charakterlich geeignet ist. Der Hund muss gesund, geimpft und entwurmt sein. Die Klinikleitung muss bereit sein, die Haftpflichtversicherung zu übernehmen. Außerdem gibt es für den Hund eine monatliche Futterpauschale; die Patient:innen und Patienten dürfen ihm die Leckerlis geben.

Luca gibt den Patient:innen Sicherheit und bringt sie auf andere Gedanken. Gerade für jemand, der schlechte Dinge mit Menschen erfahren musste, sei dies wichtig. Hunde spürten, wenn es einem nicht so gut geht, so die 19-jährige Patientin Irina.

Die Patientinnen und Patienten spüren, dass es Luca ehrlich meint und keine großen Ansprüche stellt. Im Gegenzug sind sie bereit, Verantwortung zu übernehmen und sich um das Lebewesen zu kümmern. Ein wichtiger Baustein im therapeutischen Setting.

Für Luca ist ein Arbeitstag ähnlich anstrengend wie für Menschen. Gerne zieht er sich mal in den Besprechungs-/Pausenraum auf Station zurück und ruht sich auf seiner Decke aus. „Nach der Arbeit schläft er zuhause die ganze Nacht durch“, so Sarah Brandl.

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