Meilenstein für den SLK-Verbund: Erste eigenständige Krebsstudie

Zeichnet für die erste eigenständige onkologische Therapiestudie des SLK-Verbundes verantwortlich: Prof. Uwe Martes. ©SLK-Kliniken Heilbronn

Die erste eigenständige Krebstherapiestudie des SLK-Verbundes Heilbronn befindet sich in der Umsetzungsphase. Dabei werden zehn Studienteilnehmende, die an bösartigem Nierenzellenkrebs erkrankt sind, über einen Zeitraum von einem Jahr mehrfach gegen den Krebs geimpft. Leiter der Studie ist Prof. Dr. Uwe Martens, Direktor der Klinik für Innere Medizin III, Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin. Mitte Oktober 2022 kam die endgültige Genehmigung des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) für die sogenannte ‚Phase-1B-Studie‘, in der ein zu testendes Arzneimittel erstmalig an einer kleinen Anzahl von Patient:innen unter kontrollierten Bedingungen angewendet wird, um Daten zur Verträglichkeit und Sicherheit des Medikaments zu erhalten. Alle ausgewählten Patient:innen leiden unter einem bösartigen Nierenzelltumor, der entweder nicht operabel ist oder bereits gestreut und somit Metastasen gebildet hat.

Patient:innen, die mindestens vier Monate auf die gewöhnliche Standardtherapie – einer Immuntherapie mit zwei Checkpoint-Inhibitoren – ansprechen, werden zusätzlich gegen den Krebs geimpft – über einen Zeitraum von acht Monaten insgesamt 16 Mal. Die Idee hinter diesem innovativen Ansatz: „Krebszellen entstehen durch Veränderungen im Erbgut, die zu mutierten Strukturen, auch Neopeptide genannt, auf deren Zelloberfläche führen. Diese veränderten Bereiche werden von Zellen des Immunsystems als fremd erkannt und die Krebszellen dann vernichtet. Als Impfung verabreicht, könnten Neopeptide das Immunsystem der Patienten zusätzlich trainieren, den Tumor als fremd zu erkennen und Tumorzellen gezielt abzutöten“, so Dr. rer. nat. Dilyana Vladimirova, die das Projekt wissenschaftlich begleitet. Auf Basis der Daten wird dann ein personalisierter Impfstoff in kooperierenden Instituten der Universitätsklinik Tübingen hergestellt.

Durch diese Art der Krebsbehandlung soll eine länger anhaltende Tumorkontrolle erreicht werden. „Mit unserer Studie wollen wir in einem ersten Schritt wissenschaftlich belegen, dass eine personalisierte Impfung bei Nierenzellenkarzinomen sicher ist und gut vertragen wird“, erläutert Prof. Martens das Ziel der Studie mit dem offiziellen Titel: ‚A personalized Neoantigen Vaccine as Add-on to Standard of Care Checkpoint Inhibitor in Advanced/Metastatic RCC Patients.‘ Bei der Studie, deren Ergebnisse Anfang 2025 vorliegen werden, arbeiten die SLK-Kliniken mit dem Heilbronner MOLIT-Institut für personalisierte Medizin zusammen.

Zurück