Neue Intensivpflege am Kinderhospital Osnabrück

Das Kinderhospital Osnabrück, eine psychiatrische und Psychosomatische Fachklinik, hat jetzt einen Förderbescheid über zwei Millionen Euro erhalten, der Teil einer Förderung über zehn Millionen Euro zur Erweiterung der Intensivpflege ist.

Staatssekretärin Dr. Christine Arbogast übergibt einen Förderbescheid über zwei Millionen Euro an Werner Terhaar (Mitte) und Wilfried Siemering vom Kinderhospital Osnabrück. ©Kinderhospital/Daniel Meier


Das Kinderhospital Osnabrück am Schölerberg, Fachklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, -psychotherapie und -psychosomatik, Zentrum für Entwicklung und seelische Gesundheit, hat jetzt vom Niedersächsischen Gesundheitsministerium einen Förderbescheid über zwei Millionen Euro erhalten. Insgesamt liegt die Förderung des Landes für den geplanten Neubau zur Erweiterung der Intensiveinheit bei zehn Millionen Euro.

Wilfried Siemering, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Kinderhospital Osnabrück, und Werner Terhaar, Chefarzt der Kinder- und Jugendpsychiatrischen Abteilung, stellten das Vorhaben vor: In der Hauptsache gehe es um die Verbesserung der Versorgung für jugendliche Intensivpatienten im Fachbereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie und hier insbesondere in der Langzeittherapie und -betreuung.

Der Bedarf an Intensivpflege sei deutlich gestiegen, sagte Werner Terhaar. „Leider sehen wir immer mehr Jugendliche, die hochgradig behandlungsbedürftig sind. Sie fühlen sich den Herausforderungen, die das familiäre Umfeld, das Schul- oder auch das Berufsleben stellen, nicht mehr gewachsen und zeigen schwere psychiatrische Erkrankungen. Oftmals geht dies mit Selbstverletzungen einher. Wir wollen mit unserem Erweiterungsbau gerade der Langzeittherapie dieser schwer erkrankten Jugendlichen ein spezielles Intensivbetreuungsangebot zur Verfügung stellen.“

Dabei soll eine wohnliche Atmosphäre mit den Schutzanforderungen einer kinder- und jugendpsychiatrischen Intensivstation in Einklang gebracht werden. Für diese Zielgruppe gibt es derzeit in der Stadt Osnabrück und auch im Landkreis kein speziell zugeschnittenes Angebot. Das Kinderhospital bekommt somit nun zusätzlich zur Station 1 (Akutbereich) eine weitere Intensiveinheit. Die Gesamtkosten für die neue Station liegen bei rund elf Millionen Euro. Die Fläche der neuen Station 5 umfasst 1.000 Quadratmeter. Baustart wird voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte 2025 sein, fertiggestellt sein soll sie schon Ende 2026.

Auf der Station sind neben den eigentlichen Patientenzimmern Therapie- und Schulräume sowie Arzt- und Psychologenzimmer und Freizeitmöglichkeiten vorgesehen. Außerdem soll es eine offene Begegnungsfläche auf der Station geben. Einerseits erlaube das Mobiliar dort, dass die Patienten miteinander Zeit verbringen können, hieß es aus dem Klinikum. Andererseits grenze das offene Dienstzimmer der Station unmittelbar an, so dass die Schwelle, Gespräche mit den Mitarbeitenden zu führen, bewusst klein ausfalle.

Staatssekretärin Dr. Christine Arbogast sagte: „Krankenhäuser müssen nicht nur auf dem neuesten Stand der Medizin sein, sondern auch ihre Untersuchungs- und Behandlungsbereiche an die veränderten Bedarfe der Patientinnen und Patienten anpassen, um eine optimale Gesundheitsversorgung zu gewährleisten. Investitionen in die Intensivbehandlung von Kindern und Jugendlichen tragen nicht nur zur Bewältigung ihrer akuten gesundheitlichen Herausforderungen bei, sie haben auch weitreichende Auswirkungen auf die Lebensqualität und Zukunftschancen der jungen Patientinnen und Patienten.“

Der geplante Neubau für die Erweiterung der Intensiveinheit solle Kindern und Jugendlichen unterschiedlicher Altersstufen die Möglichkeit bieten, intensiv über einen längeren Zeitraum nach ihren Bedürfnissen behandelt zu werden, so die Staatssekretärin. Die zusätzlichen Betten, darunter auch zwei Intensivüberwachungszimmer, würden die Behandlungsmöglichkeiten erweitern und zudem eine Entzerrung im Klinikalltag ermöglichen, von der vor allem jugendliche Langzeitpatienten profitieren würden.

Das Klinikhospital Osnabrück ist eine Fachklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie mit derzeit 82 Planbetten/-plätzen. Die Klinik hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Schwerpunktkrankenhaus für die Intensivtherapie und -pflege in der Kinder- und Jugendpsychiatrie entwickelt.

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