Neue Kinderschutzambulanz der Universitätsmedizin Göttingen (UMG)

(v.l.): Dr. Gabriele Andretta (Präsidentin des nds. Landtages), Daniela Behrens (Sozialministerin Niedersachsen) an Dr. Dagmar Weise (ärztl. Leitung der Kinderschutzambulanz), Prof. Dr. Jutta Gärtner (Direktorin Klinik für Kinder- und Jugendmedizin), Prof. Wolfgang Brück (Sprecher des UMGVorstandes). ©umg/spförtner

Daniele Behrens, niedersächsische Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, hat vor Kurzem die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) besucht und für die neu aufgebaute Kinderschutzambulanz in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der UMG einen Zuweisungsbescheid in Höhe von 150.000 Euro übergeben, der über drei Jahre läuft.

Die neue medizinische Kinderschutzambulanz ist ein Pilotprojekt unter den 30 niedersächsischen Kinderkliniken in Niedersachsen. Die Ambulanz hat sich aus einer langjährigen, klinikinternen Kinderschutzgruppe an der UMG heraus entwickelt. Eine enge Kooperation mit dem Zentrum für Kinderschutz und Kinderrechte Göttingen soll eine verbesserte Versorgung der betroffenen Kinder und Jugendlichen sowie ihrer Angehörigen in der Region Südniedersachsen möglich machen. Ziel ist eine umfassende medizinische Diagnostik und Behandlung sowie langfristige wirkungsvolle Präventionsstrategien für ein möglichst gesundes Aufwachsen und Leben der Betroffenen.

Bei begründetem Verdacht von Vernachlässigung, Misshandlung oder Missbrauch von Kindern oder Jugendlichen sollen in einem ambulanten Setting die richtigen diagnostischen Schritte durchgeführt und notwendige Maßnahmen zum Schutz von Kindern oder Jugendlichen eingeleitet werden. Schwerpunkt der Arbeit der neuen Kinderschutzambulanz ist die medizinische Diagnostik und Behandlung. Durch die Zusammenarbeit eines interprofessionellen Teams bei den fachärztlichen und psychologischen Untersuchungen können Zeichen der Kindeswohlgefährdung erkannt, dokumentiert und objektiviert werden. Neben der medizinischen Versorgung wird auch die familiäre und psychosoziale Situation mit vorhandenen Belastungen und Ressourcen ermittelt. Im regelmäßigen Austausch mit den kommunalen Kinderschutzeinrichtungen soll der Kinderschutz in der Region verbessert werden.

©umg

„Die Etablierung einer medizinischen Kinderschutzarbeit in der Kinderklinik einer Universitätsmedizin wird die Versorgung der betroffenen Kinder und Jugendlichen nachhaltig verbessern und ist für ihre Sicherheit lebenswichtig“, sagte die Ministerin der Besichtigung der neu errichteten Räume. Nach der Eröffnung des Zentrums für Kinderschutz und Kinderrechte im Juli diesen Jahres in Göttingen sei die rasche Eröffnung der medizinischen Kinderschutzambulanz in der UMG eine bemerkenswerte Leistung. Die Vernetzung aller mit dem Thema Befassten sei wichtig und die neue Kinderschutzambulanz sei eine Blaupause für andere Kliniken in Niedersachsen.

Seit 2014 arbeitet ein Team in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der UMG am Thema ‚Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Vernachlässigung und Misshandlung‘. Dr. Dagmar Weise, Oberärztin an der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin und ärztliche Leitung der neuen Kinderschutzambulanz: „Alle müssen wachsam sein und miteinander reden.“ Prof. Dr. Jutta Gärtner, Direktorin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der UMG, ergänzt: „Mit der Einrichtung der ambulanten Kinderschutzambulanz bietet die UMG das fehlende Puzzlestück in der regionalen Versorgung von Kindern und Jugendlichen, bei denen ein Verdacht von Vernachlässigung oder Misshandlungen vorliegt.“ Die Platzierung der Ambulanz in der universitären Medizin biete den Vorteil einer engen interprofessionellen Zusammenarbeit innerhalb der UMG. Das ermögliche einen raschen fachkompetenten Austausch im Interesse der Betroffenen und Angehörigen. „Als Team freuen wir uns, dass wir nun noch enger mit dem Göttinger Zentrum für Kinderschutz und Kinderrechte zusammenarbeiten werden und dafür vom Land Niedersachsen Fördermittel erhalten“, so Gärtner.

Weitere Informationen: www.kinderschutz-niedersachsen.de

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