Neue Maßstäbe in der herzmedizinischen Forschung

Die Herzzentren der Unikliniken Aachen, Bonn, Köln und Düsseldorf starten mit dem Center of Cardiovascular Medicine (CCM) eine Kooperation. Ziel ist die Senkung der Sterblichkeit durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

©Dorothea Hensen/Uniklinik


Schon jetzt arbeiten die vier Standorte in Nordrhein-Westfalen klinisch und wissenschaftlich eng zusammen. Mit dem neu gegründeten Center of Cardiovascular Medicine (CCM) soll laut der Beteiligten vor allem die klinische Forschung nachhaltig auf ein internationales Niveau gehoben werden. „Forschung kann heute nur noch dann international wettbewerbsfähig sein, wenn sie multizentrisch ist. Genau deswegen haben wir das CCM gegründet“, so der Direktor des Herzzentrums der Uniklinik der RWTH Aachen, der Kardiologe Prof. Dr. Nikolaus Marx. Sein Kollege Prof. Dr. Payam Akhyari aus der Herzchirurgie des Klinikums ergänzt: „Mit der gebündelten Kraft von vier renommierten Herzzentren können wir viel schneller notwendige Patientenkollektive erreichen, gemeinsam standortübergreifende Datenbanken nutzen und somit wegweisende Studien durchführen.“

Vorbild für die im Dezember 2023 vereinbarte Kooperation ist die standortübergreifende Struktur, mit der unter anderem die Krebsforschung in Deutschland organisiert ist. „Früher bestand eine Studien-Publikation häufig aus fünf Autoren von einem einzigen Standort. Heute ist es ganz normal, dass mehr als 20 Autoren von unterschiedlichen Einrichtungen an einer Studie beteiligt sind“, so der Kardiologe Prof. Dr. Georg Nickenig vom Herzzentrum der Uniklinik Bonn. Nur so könne man die Forschung auf ein neues Level bringen und damit auch sichtbarer machen, ergänzt der Herzchirurg Prof. Dr. Farhad Bakhtiary aus Bonn.

Nach dem Willen der vier universitären Herzzentren soll das CCM darüber hinaus als Katalysator für den Austausch zwischen Klinik und Forschung dienen und damit die Umsetzung von Forschungsergebnissen in klinische Therapien beschleunigen. Der Fokus liegt dabei vor allem auf strukturellen Herzerkrankungen, der Herzinsuffizienz sowie koronaren Herzerkrankungen. „Letztlich soll die Bündelung unserer Forschungskapazitäten dazu führen, dass wir Herzerkrankungen, wie zum Beispiel den Herzinfarkt, besser behandeln und unseren Patienten eine verlängerte Lebenserwartung und eine höhere Lebensqualität verschaffen können“, sagt der Kardiologe Prof. Dr. Stephan Baldus vom Herzzentrum der Uniklinik Köln. „Dass 2022 mehr als 350.000 Menschen an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung verstorben sind, macht einmal mehr deutlich wie wichtig Forschungserfolge in diesem medizinischen Feld sind“, fügt der Herzchirurg Prof. Dr. Thorsten Wahlers hinzu.

Neben der klinischen Forschung soll das CCM zusätzlich dabei helfen, die Grundlagenforschung zwischen den verschiedenen Arbeitsgruppen zu koordinieren und die Anstrengungen in den Bereichen Lehre und Patientenversorgung zu harmonisieren. „Mit dem CCM werden wir innovative Konzepte zur Aus- und Weiterbildung von Studierenden, Ärztinnen und Ärzten, Pflegenden und Forschenden entwickeln und einheitlich hohe Standards in der Bildung und Förderung unseres medizinischen und wissenschaftlichen Nachwuchses setzen“, so der Kardiologe Prof. Dr. Malte Kelm vom Herzzentrum der Uniklinik Düsseldorf. „Aus diesem Grund planen wir auch die Rotation von Mitarbeitenden über die vier Standorte hinweg“, so der Herzchirurg Prof. Dr. Artur Lichtenberg abschließend.

Der Vorsitz im CCM wird rotierend zwischen den beteiligten Standorten wechseln, beginnend mit Köln für die ersten beiden Jahre.

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