Orden für zwei renommierte Mediziner des Universitätsklinikums Leipzig

Ministerpräsident Kretschmer überreicht an Bürgerinnen und Bürger den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland. v.l. Prof. Dr. Alexander Hemprich, Prof. Dr. Joachim Mössner, Ministerpräsident Michael Kretschmer, Hanna Kämmer, Prof. Max Uhlig, Dr. Bernd Müller-Kaller. ©Pawel Sosnowski

Prof. Dr. Joachim Mössner, langjähriger Direktor der Klinik für Gastroenterologie und Rheumatologie am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) und Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig, sowie Prof. Dr. Dr. Alexander Hemprich, 25 Jahre lang Direktor der UKL-Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, wurden für ihre Verdienste mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. Die Orden überreichte der sächsischen Ministerpräsident Michael Kretschmer im Juli in Dresden.

Prof. Dr. Joachim Mössner leitete 25 Jahre lang bis zu seiner Emeritierung 2018 die Klinik und Poliklinik für Gastroenterologie und Rheumatologie am UKL. In dieser Zeit begleitete er den Neustart der universitären Medizin nach der Wende, von 1996 bis 2002 auch als Prodekan und Dekan der Medizinischen Fakultät. Dazu gehörten neben dem Ausbau der renommierten Gastroenterologie am UKL auch wichtige personelle Weichenstellungen für die gesamte weitere Entwicklung des Medizinstandortes Leipzig. „Professor Mössner hat den Wissenschaftsstandort Leipzig wie auch die Medizinische Fakultät sehr nachhaltig geprägt. Das von ihm eingeführte System der leistungsbezogenen Forschungsbewertung wenden wir bis heute an, um Forschungsgelder auf Basis von nachgewiesenen Erfolgen zielgerichtet verteilen zu können", so Prof. Dr. Michael Stumvoll, Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig. Auch zum heutigen Stand der Inneren Medizin hat Mössner an vielen Stellen beigetragen: 1999 war er einer der jüngsten Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten und richtete den Kongress in der neu erbauten Messe aus. 2012 war er Präsident der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin, 2017 zeichnete ihn die europäische Pankreas-Gesellschaft für sein Lebenswerk aus. 2018 erhielt er die Ernst-von-Bergmann-Plakette, eine hohe Auszeichnung der Bundesärztekammer, für das Engagement in der Fort- und Weiterbildung der Ärzteschaft. Ehrenhafte Aufgaben wie Mitglied der nationalen Akademie der Wissenschaften, der Leopoldina, und Vizepräsident der Sächsischen Akademie der Wissenschaften runden seine außergewöhnliche Leistung als Wissenschaftler ab.

Nach einem Vierteljahrhundert an der Spitze der Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie des UKL ging Prof. Dr. Dr. Alexander Hemprich zum Jahresende 2018 in den Ruhestand. 1993 war er nach Leipzig berufen worden. In den Folgejahren wurden viele moderne Therapien ins Leistungsspektrum aufgenommen, darunter Operationen zur Behebung von Kieferfehlstellungen, die Behandlung von Schädelfehlbildungen, Lappenrekonstruktionen und mikrovaskuläre Chirurgie zur Korrektur angeborener und erworbener Defekte. Die wichtigste Entwicklung war aber die des UKL zu einem der erfolgreichsten Spalt-Zentren Europas. Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten zählen zu den häufigsten angeborenen Fehlbildungen bei Neugeborenen. Jedes Jahr werden am UKL etwa 60 bis 70 neue Spalt-Kinder behandelt. Eine erfolgreiche Therapie ist nur gewährleistet, wenn verschiedene Fachdisziplinen in einem Behandlungsteam eng zusammenarbeiten. Das dies heute so ist, gilt unter anderem als Verdienst Professor Hemprichs, der vier Jahre lang Präsident und Vize-Präsident der Deutschen Gesellschaft für MKG-Chirurgie war. 2002 holte Hemprich den Deutschen MKG-Kongress nach Leipzig, 2018 den Weltkongress Lippen-Kiefer-Gaumenspalten. Er ist Gründer und bis heute Präsident der Deutsch-Vietnamesischen Gesellschaft zur Förderung der Medizin (Deviemed) und hat viele Kinder in Vietnam selbst operiert. "Professor Hemprich ist ein würdiger Empfänger dieser hohen Auszeichnung. Er entwickelte das Universitätsklinikum Leipzig bei der Behandlung von Lippen-Kiefer-Gaumenspalten zu einem national und international bekannten Zentrum. Hunderten Kindern wurde aufgrund seiner Leistungen ein normales Lächeln geschenkt", so UKL-Vorstand Prof. Dr. Christoph Josten hervor.

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