Qualitätssicherung: Update der DIVI-Qualitätsindikatoren

Dr. Oliver Kumpf @privat

Verantwortlich für die neuen Qualitätsindikatoren zeichnet die Nationale Steuerungsgruppe ‚Peer Review‘, ein 31-köpfiges interprofessionelles Autorenteam, das viel Zeit vor allem in die Präzisierung von Formulierungen investiert hat, um Fehlinterpretationen jeglicher Art zu vermeiden. Das 30 Seiten starke Dokument fasst in zehn Punkten kompakt die wesentlichen Behandlungsaspekte und Strukturmerkmale zusammen, die mit den Qualitätsindikatoren für jede Intensivstation überprüfbar sind:

  • Tägliche multiprofessionelle und interdisziplinäre Visite mit Dokumentation von Tageszielen
  • Management von Sedierung, Analgesie und Delir
  • Patientenadaptierte Beatmung (bei schwerem Lungenversagen)
  • Frühzeitige Entwöhnung von einer invasiven Beatmung (Weaning)
  • Überwachung der Maßnahmen zur Infektionsprävention
  • Maßnahmen zum Infektionsmanagement
  • Patientenadaptierte klinische Ernährung
  • Strukturierte Kommunikation mit Patienten und Angehörigen
  • Frühmobilisation
  • Leitung der Intensivstation

„Man muss aber nicht alle Aspekte gleichzeitig oder nacheinander betrachten“, sagt Oliver Kumpf von der Charité Berlin, Sprecher der Steuerungsgruppe. Man habe zahlreiche neue Forschungserkenntnisse einfließen lassen und die aktualisierten Leitlinien berücksichtigt. Das Dokument sei bewusst sehr pragmatisch gehalten. „Jeder, der sich auf die Reise machen möchte, die eigene Qualität zu messen, sollte sich mit diesen Punkten auseinandersetzen.“

Die Kennzahlen sollen nicht dazu dienen, eine Station in zehn Prozessen zu betrachten – vielmehr sollten sich intensivmedizinische Behandlungsteams zunächst den einen Aspekt verstärkt anschauen, den sie verbessern möchten.

Publikation zum Download

Informationen und Ansprechpartner für interessierte Teams zum intensivmedizinischen Peer-Review-Verfahren der DIVI und der Landesärztekammern

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