Robotic Suite in Schwäbisch Hall: Vorteile für Patient:innen und OP-Team

Das Diakoneo Diak Klinikum in Schwäbisch Hall operiert seit März 2022 Patienten mit einer Robotic Suite – als erste Klinik in Deutschland. Seitdem konnte Prof. Dr. Stefan Huber-Wagner, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie, Wirbelsäulenchirurgie und Alterstraumatologie, mit seinem Team bereits 22 unterschiedliche, teils interdisziplinäre, Eingriffe vornehmen. Neu am Operationsverfahren mit einer Robotic Suite ist, dass nicht nur einzelne moderne technische Elemente, sondern ein komplex interagierendes System eingesetzt wird. Zur Robotic-Suite gehört neben einem robotischen Assistenzarm auch eine intraoperative robotische Bildgebung (cone beam CT), eine 3D-Navigation sowie Brillen für sogenannte mixed reality Anwendungen. Damit können Eingriffe vorab detailliert geplant und während des Eingriffs anhand von 3D-Scans der zu operierenden Region genau analysiert werden.

©Diakoneo Diak Klinikum in Schwäbisch Hall

Das Navigationssystem besteht aus einem Hochleistungscomputer, zwei großen Bildschirmen, einer Infrarot-Kamera und sogenannten ‚Referenzsternen‘, einmal für das Operationsbesteck selbst und einmal für die zu operierende anatomische Region. An das Operationsbesteck, beispielsweise dem Bohrer für Schrauben, wird ein solcher Stern, ein Metallgestänge mit reflektierenden Kugeln, angebracht. Was dann passiert, ist für niemanden sichtbar und technisch höchst anspruchsvoll. Die ‚Sterne‘ und die Kamera kommunizieren via Infrarot-Licht über den Computer miteinander.

„Vor der Einrichtung unserer Robotik-Suite waren wir auf Bildgebung angewiesen, die vor der Operation gemacht wurde bzw. auf intraoperatives konventionelles 2D-Röntgen. Dank des neuen Systems mit dem Loop-X, können wir nun direkt während dem Eingriff 3D-CT-Bildmaterial generieren – das heißt für uns, wir können bei komplizierten Eingriffen permanent intraoperativ kontrollieren, ob die Schrauben, wie wir sie im 3D-Modell geplant haben, auch tatsächlich richtig sitzen“, so Professor Huber. Dies bringe einen enormen Zuwachs an Präzision und Sicherheit für Patient:innen.

©Diakoneo Diak Klinikum in Schwäbisch Hall

Für Patient:innen und auch für das OP-Team ergeben sich wesentliche Vorteile: Die Strahlenbelastung durch die Bildgebung minimiert sich deutlich. Der robotische Assistenzarm, mit dem die Operateur:innen die Löcher für die Schrauben zunächst virtuell planen und kennzeichnen, ist fest am OP-Tisch angebracht, was ein Verrutschen der Chirurg:innen bei der Kennzeichnung verhindert. Die letzten Zentimeter bzw. Millimeter für die geplante Schraubenposition fährt der Assistenzarm ‚Cirq‘, durch kleine Elektromotoren und die Navigation gesteuert, exakt an. Somit kann die geplante ideale Schraubenausrichtung mit dem Cirq-Arm exakt fixiert werden. Damit werde die mögliche Fehllagenrate von Schrauben weiter minimiert.

Aktuell ist das Diak Klinikum in Schwäbisch Hall das zweite Klinikum europaweit und eine von drei Kliniken weltweit, das die Robotic Suite an Patient:innen einsetzt.

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