Uniklinik und Sana: Neue Kooperation in Leipzig

Das Sana Klinikum Leipziger Land und das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) vertiefen ihre Kooperation bei Lungenkrebspatienten und hochkomplexen thoraxchirurgischen Fällen, um die medizinische Versorgung in der Region zu sichern.

Prof. Matthias Steinert, Leiter der Thoraxchirurgie am Universitätsklinikum Leipzig, (li.) und PD Dr. Kay Kohlhaw. Leiter der Allgemeinchirurgie am Sana Klinikum Leipziger Land, kooperieren erfolgreich bei der Behandlung von Tumorpatient:innen. ©UKL/Sana


Das Sana Klinikum Leipziger Land in Borna und das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) etablieren gemeinsam Lösungen, um die Flächenversorgung auch bei hochkomplexen Erkrankungen sicherstellen zu können. Davon würden besonders Patienten mit Lungenkrebs und Erkrankungen, die eine komplizierte thoraxchirurgische Therapie erfordern, profitieren. Das Modell stehe stellvertretend für gelingende Kooperationen zwischen Kliniken verschiedener Versorgungslevel, hieß es aus den Kliniken.

Die beiden Krankenhäuser praktizieren seit vielen Jahren eine Level-übergreifende Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen. Besonders intensiv und erfolgreich gestaltete sich diese im vergangenen Jahr im Bereich der Thoraxchirurgie. Man habe gemeinsam eine gute Strategie entwickelt, mit der dank Arbeitsteilung und einer Kooperation auf Augenhöhe eine optimale Versorgung der Patienten in der Region sichergestellt werden könne, so PD Dr. Kay Kohlhaw, Leiter der Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie und des Onkologischen Zentrums am Sana Klinikum Leipziger Land in Borna.

Ein abgestuftes Diagnostiksystem und die direkte Anbindung an moderne und aufwändige Verfahren der personalisierten Medizin ermöglichen es dabei, universitätsmedizinische Standards auch in die Fläche zu tragen. Das sei vor allem bei komplexen Erkrankungen relevant, die eine hohe Spezialisierung erfordern. So werden Patienten mit Lungenkrebs, die sich in Borna oder Zwenkau vorstellen, gemeinsam behandelt: „Besteht ein Verdacht auf einen solchen Befund, erfolgt im UCCL, dem universitären Krebszentrum, eine gemeinsame Tumorkonferenz mit allen für die Therapie relevanten Fachgebieten des UKL, bei der mit den Kollegen in Borna über die Weiterbehandlung entschieden wird“, erläutert Prof. Matthias Steinert das Vorgehen. Der Thoraxchirurg verantwortet am UKL die chirurgische Versorgung vor allem von Menschen mit Lungenkrebs, aber auch anderen Erkrankungen der Lunge. Gerade in solchen Fällen wisse man, dass eine Behandlung in zertifizierten Zentren mit einer hohen Fallzahl dank der Routine und Erfahrung einen echten Überlebensvorteil für die Patienten biete, so Kohlhaw.

Der Gesetzgeber trägt dem Rechnung, indem er für hochkomplexe Therapien Mindestfallzahlen definiert. Bei der operativen Versorgung von Lungenkrebs sind das 75 Fälle pro Krankenhausstandort. Ziel ist es, diese besonders schwierigen und planbaren Eingriffe zu zentralisieren und sicherzustellen, dass die Behandlung dort erfolgt, wo die beste Routine und Ausstattung vorhanden sind. Über die Zusammenarbeit der beiden Onkologischen Zentren gelingt es, die von den Zertifizierungsgesellschaften vorgegebenen Mindestfallzahlen zu erfüllen. Patienten außerhalb von universitären Kliniken erhalten so auf abgestimmten Weg eine bestmögliche operative Behandlung und kompetente Versorgung.

In etablierten Krebszentren würden Patienten von Anfang an auf dem Weg der Behandlung begleitet. Das Zusammenspiel verschiedener Experten ermögliche dabei den Patienten neben einer wohnortnahen Betreuung auch eine hohe Behandlungsqualität und somit das bestmögliche Behandlungsergebnis, so Dr. Roland Bantle, Geschäftsführer der Sana Kliniken in Borna. Spezialisierte Leistungen seien somit keine Frage des Standortes. „Was zählt, sind durchdachte Zentrumsstrukturen, die Standards vereinen und sich an Leitlinien orientieren, unabhängig von Stadt oder Land.“ Davon würden die Patienten profitieren, so Bantle.

Das eine solche Kooperation auch in anderen Fachgebieten eine gute Lösung für die aktuellen Herausforderungen in der Krankenversorgung sein kann, davon ist auch Prof. Christoph Josten, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Leipzig, überzeugt. „Wir verbinden auf diese Weise Qualitätssicherung mit Effizienz und dem besten Angebot für die Erkrankten“, so Josten. Dank solcher Kooperationen könnten Patienten in der Region versorgt werden, denn weder das Zentrum noch das nachversorgende Klinikum seien weit entfernt. Gleichzeitig vermeiden man belastende und teure Doppeluntersuchungen und stelle sicher, dass die Therapien von erfahrenen Experten durchgeführt werden, womit Komplikationen vermieden und die Überlebenschancen erhöht werden könnten.

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