Uniklinikum Dresden: Azubis übernehmen Stationen

Zum dritten Mal können Auszubildende in der Pflege am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden die eigenständige Organisation von Stationen übernehmen. Das Projekt ermöglicht die Zusammenarbeit mit künftigen Kolleginnen im Team.

Auszubildende auf der Geburtsstation, der neurologischen Allgemeinstation sowie in der Akut-Geriatrie übernehmen im Februar die Verantwortung über ihre Stationen. Unterstützung erhalten sie dabei von den Praxisanleitern. ©UKD/Lassig, Kretzschmar


Diesen Monat übernehmen wieder angehende Pflegefachfrauen und -männer im dritten Lehrjahr einzelne Stationen am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden. Zwei Wochen lang beteiligen sich jeweils zwei Stationen an dem Projekt ,Auszubildende leiten eine Station‘. Neben der Strahlentherapiestation und der Akutgeriatrie sind erstmals auch die Geburtsstation sowie die neurologische Allgemeinstation dabei. 69 Auszubildende der generalistischen Pflege mit und ohne Vertiefung Pädiatrie können sich so in der eigenständigen Organisation einer Station ausprobieren. Damit bereiten sie sich nicht nur auf die Prüfungen im Sommer vor. Sie lernen gleichzeitig das Team und die Abläufe auf ihrer Prüfungsstation sowie die Mitarbeitenden am möglichen neuen Arbeitsplatz kennen.

Am 5. Februar ist der dritte Durchgang des Projekts gestartet. Die Schüler erhalten in den zwei Wochen einen intensiven Einblick in die Praxis sowie in die enge, verantwortungsvolle Zusammenarbeit im Team. Die teilnehmenden Auszubildenden organisieren sich selbst, betreuen Patienten und übernehmen eigenverantwortlich die Planung und Koordination der Abläufe. Begleitet werden sie dabei von den Praxisanleitern. Beteiligt sind ein Teil der Strahlentherapiestation, die Akutgeriatrie, die Geburtsstation sowie die neurologische Allgemeinstation. Dabei arbeiten nicht nur Gleichgesinnte einer Klasse zusammen. Die Auszubildenden, die jeweils den theoretischen Unterricht gemeinsam im Klassenverband absolviert haben, lernen sich nun bei der engen Zusammenarbeit noch einmal neu kennen und trainieren das gemeinsame Arbeiten in einem Team. Das ist in den vorhergehenden Praxisphasen während der Ausbildung in einer solchen Intensität nicht möglich.

„Mit dieser intensiven Form der Praxisphase geben wir den Auszubildenden nicht nur Vertrauen und Verantwortung. Wir machen sie gleichzeitig fit für den Start in den Beruf. Sie sammeln wertvolle Erfahrungen und lernen gleichzeitig ihren künftigen Arbeitsplatz kennen“, sagt Tanja Dreischer, Fachbereichsleiterin an der Carus Akademie, der medizinischen Berufsfachschule des Uniklinikums. Das habe auch positive Effekte auf das Recruiting. „Die Auszubildenden fragen aktiv nach Möglichkeiten, die Praxis unter authentischen Bedingungen zu erfahren. Dies ist in dem Projekt möglich – das Feedback von allen Seiten bestätigt uns.“ So würden ehemalige Teilnehmende berichten, während der zwei Wochen mehr Selbstbewusstsein im Umgang mit dem Team sowie beim eigenverantwortlichen Entscheiden gesammelt zu haben.

Zum Gelingen des Projekts tragen die beiden auf die neue Ausbildung hin angepassten Einführungstage bei – hier werden Kenntnisse zu den individuellen Krankheitsbildern der Patienten auf den Stationen vermittelt. Auch die Kommunikation im Team sowie mit den Patienten wurde intensiv geschult und über Videomitschnitte mit den Praxisanleitern ausgewertet. Dabei sei das Projekt auch ein Zugewinn für die langjährigen Mitarbeitenden auf den Stationen, sagt Dreischer. Sie würden die neuen Kollegen kennenlernen und vom Austausch mit ihnen profitieren. Das Projekt wurde von den Kollegen der Carus Akademie und den Mitarbeitenden auf der Station konzipiert. Bei der Umsetzung sind die Auszubildenden bereits früh involviert worden.

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