Uniklinikum Dresden ist ,Rauchfreies Krankenhaus'

Das Uniklinikum Dresden ist jetzt als als ,Rauchfreies Krankenhaus‘ zertifiziert worden. Bereits seit Mai 2022 ist es Mitglied im DNRfK e.V., jetzt erfolgte die Silberzertifizierung ,rauchfrei plus‘.

v.l.: Dr. Sebastian Karmann, Prof. Dirk Koschel, Christa Rustler, Prof. Wulf Pankow. ©UKD/Michael Kretzschmar


Das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden (UKD) ist seit Ende 2023 mit dem Silberzertifikat ,rauchfrei plus‘ für nachhaltige Beratungsangebote und Rauchfrei-Programme für Patientinnen und Patienten sowie Mitarbeitende nach den Standards des ,Global Network for Tobacco Free Healthcare Services' zertifiziert. Bereits seit Mai 2022 ist das Klinikum Mitglied im ,Deutschen Netz Rauchfreier Krankenhäuser & Gesundheitseinrichtungen‘ (DNRfK e.V.). Mit der ,rauchfrei plus‘-Zertifizierung unterstreiche das Klinikum seine Zielstrebigkeit hin zu einem rauchfreien Krankenhaus, hieß es aus dem Unternehmen. Hierbei werde nicht auf Verbote, sondern auf aktive Unterstützung gesetzt: Patientinnen und Patienten sowie Mitarbeitende würden für das Thema Rauchfreiheit sensibilisiert und Tabakkonsumenten gezielt angesprochen und beraten.

Begonnen hatte der Prozess 2021 mit der Bronzezertifizierung der Medizinischen Klinik 1 als Pilotklinik. Nun folgte mit der Silberzertifizierung ,rauchfrei plus‘ des gesamten Universitätsklinikums die Fortsetzung. Die Anforderungen sind dabei klar definiert: Um die Zertifizierung zu erhalten, wird das Krankenhaus in der Umsetzung acht zentraler Standards des ,Network for Tobacco Free Healthcare Services‘ überprüft. Diese umfassen das klare Bekenntnis der Führung des Hauses zur systematischen Implementierung einer Tabakfrei-Strategie, eine umfassende Kommunikation der Tabak-Entwöhnungsprogramme, Schulungen und Trainings für Mitarbeitende, eine systematische Identifizierung und Ansprache von Tabakkonsumierenden, ein rauchfreies Klinikgelände, ein betriebliches Gesundheitsmanagement zum Schutz und zur Förderung der Gesundheit aller Beschäftigten, ein öffentliches Engagement zur Tabakkontrolle und Tabakprävention sowie entsprechende Monitoring- und Evaluationssysteme, um all die genannten Punkte nachvollziehbar zu bewerten.

Beim Audit unter der Leitung von Christa Rustler, Geschäftsführerin des DNRfK, wurden die vom Uniklinikum ergriffenen Maßnahmen systematisch geprüft und bewertet. Das Herzstück bildet die Kombination der Rauchstoppberatung – dem ,rauchfrei ticket‘ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) – mit Gruppenangeboten des klinikeigenen Rauchfrei-Zentrums. Speziell geschulte Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sollen diese Angebote gezielt an Tabakkonsumenten herantragen und sie aktiv bei den ersten Schritten in ein rauchfreies Leben unterstützen.

Damit möglichst viele Personen die Erstgespräche mit Rauchenden führen können, werden kontinuierlich Multiplikatorinnen und Multiplikatoren vor allem aus dem ärztlichen Dienst und der Pflege ausgebildet. Sie sorgen dafür, dass das ,rauchfrei ticket‘ auf allen Stationen des Uniklinikums präsent ist, indem sie Patientinnen und Patienten auf die Themen Tabakkonsum, Rauchstatus sowie Rauchstopp ansprechen und darüber hinaus die Vorgehensweise des ,rauchfrei ticket‘ erläutern. Wecken sie bei diesen Motivationsgesprächen das Interesse der Rauchenden für eine weitergehende Beratung, wird auf die telefonische Rauchstoppberatung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) sowie die direkt am UKD durch das Rauchfrei-Zentrum angebotenen Entwöhnungskurse hingewiesen.

Eine richtungsweisende Rolle spiele dabei die im Rahmen des Projekts zunächst in der Medizinischen Klinik 1 als Pilotprojekt gestartete standardmäßige Abfrage des Tabakkonsums bei der Patientenanamnese, hieß es aus dem UKD. Durch die standardisierte Identifikation von Tabakkonsumentinnen und -konsumenten sei es möglich, die Angebote zur Raucherentwöhnung nicht im Gießkannenprinzip, sondern ganz gezielt an Personen heranzutragen.

„Uns überzeugte insbesondere das hohe Maß an Integration der vom Klinikvorstand beschlossenen Rauchfrei-Strategie in den klinikweiten Qualitäts- und Managementprozess“, so Rustler, die gemeinsam mit Dr. Sebastian Karmann (Vivantes Berlin) und Prof. Dr. med. Wulf Pankow (Pulmologe und vorm. Chefarzt am Klinikum Neukölln) das Audit zur Zertifizierung durchführte. „Mit dem erfolgreichen Audit zum Silberlevel hat das Uniklinikum Dresden nachgewiesen, wie ein Rauchstoppangebot schrittweise und systematisch in einem Haus der Maximalversorgung mit zahlreichen unterschiedlichen Fachrichtungen etabliert werden kann,“ würdigte Rustler die Ergebnisse der Arbeit, die das multiprofessionelle Team der Arbeitsgruppe ,Rauchfrei‘ um Prof. Dr. med. Dirk Koschel, Leiter des Fachbereichs Pneumologie an der Medizinischen Klinik I und Initiator der Zertifizierung, geleistet hat. Neben Koschel war Prof. Dr. Maria Eberlein-Gonska ein wichtiges Bindeglied der Arbeitsgruppe zu den Gremien des Universitätsklinikums und leistete einen großen Beitrag zur Koordination des multiprofessionellen Teams mit Expertinnen und Experten aus den Bereichen Medizin, Psychologie, Arbeitsmedizin, Prävention und Kommunikation, die das Projekt bis zur Zertifizierung begleitet haben.

Auf der nun bestehenden Basis seien weitere Schritte wie das flächendeckende digitale Monitoring des Rauchstatus der Patientinnen und Patienten bei Aufnahme, die weitere Implementierung von Tabakentwöhnungsprogrammen, der weitere Ausbau des rauchfreien Klinik-Campus und auch noch mehr Öffentlichkeitsarbeit geplant, hieß es. „Neben unseren kurativen Behandlungsangeboten auf höchstem Niveau müssen wir uns auch noch mehr in der Prävention vieler chronischer Erkrankungen und insbesondere Tumorerkrankungen engagieren. Das Projekt ‚Rauchfreies Krankenhaus‘ trägt relevant dazu bei und ist damit auch deutschlandweit beispielgebend. Wir unterstützen damit letztlich auch die Strategie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), dass Deutschland im Jahre 2040 tabakfrei sein soll“, beschrieb Koschel die Strategie für die weitere Arbeit an dem Projekt.

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