Uniklinikum gründet Akademie für berufliche Qualifizierung

Mit 850 Schülern an der Medizinischen Berufsfachschule, Auszubildenden in sieben anderen Berufen sowie jährlich 18.000 Teilnehmern an internen Fort- und Weiterbildungsangeboten des eigenen Bildungszentrums hat das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) seit Jahren seine Angebote der beruflichen Bildung kontinuierlich ausgebaut. Das breite Portfolio, das von der Ausbildung zur Pflegefachkraft bis zu staatlich anerkannten Weiterbildungen in den Gesundheitsfachberufen reicht, wurde nun zusammengeführt und gebündelt – in der Akademie für berufliche Qualifizierung.

"Unser Ziel ist, eine ganzheitliche Qualifizierung sowohl für Auszubildende als auch für am UKL Beschäftigte anbieten zu können", erklärt Dr. Robert Jacob, Kaufmännischer Vorstand des UKL. Zum Universitätsklinikum Leipzig gehört die größte Medizinische Berufsfachschule des Freistaats Sachsen, die jährlich mehr als 110 Absolventen nach erfolgreicher Ausbildung als Pflegefachkräfte verabschiedet und damit einen wesentlichen Beitrag zur Nachwuchssicherung in diesem Beruf leistet. Über die letzten Jahre wurden zudem immer wieder neue Ausbildungsberufe aufgenommen, wie die der operationstechnischen Assistent:innen (OTA) oder der Krankenpflegehelfer:innen. Von der hier geleisteten Ausbildungsarbeit profitieren neben dem UKL alle Einrichtungen der Gesundheitsversorgung in der Region und in ganz Sachsen.

Das Spektrum der Kurse reicht von Pflichtschulungen wie dem regelmäßigen Reanimationsstraining für alle Mitarbeiter in der Krankenversorgung bis zu speziellen Trainings für die Entwicklung von Führungskräften. "Wir möchten unseren Beschäftigten die Chance eröffnen, sich hier im Haus zu Experten zu entwickeln", sagt Martin Wessel, Leiter der Akademie. Über alle Berufsgruppen hinweg sollen so langfristige berufliche Perspektiven geboten werden. Das sei auch nötig, da die Anforderungen an vielen Arbeitsplätzen im großen Kosmos eines Universitätsklinikums mit mehr als 6000 Beschäftigten immer komplexer werden. Zudem müssten die jetzt als Generalisten ausgebildeten Pflegefachkräfte in den Kliniken als Expert:innen weiterqualifiziert werden – für die Kinderkrankenpflege, die Neonatologie, die OP-Pflege oder die Intensivpflege. Hier gehe es auch darum, die Weiterbildung so zu organisieren, dass zeitliche Vorgaben für die Anerkennung bestimmter Abschlüsse eingehalten werden können.

Um diesen Aufgaben gerecht zu werden, hat das UKL 75 Lehrkräfte sowie 300 interne und externe Referenten in der Akademie versammelt. Für ein orts- und zeitunabhängiges Lernen wurde die digitale Lernplattform "UKLearn" mit Video- und Onlinekursen etabliert. Laut Wessel wolle man neue Vermittlungsformen suchen und finden, Inhalte auch zunehmend digital präsentieren. Themen seien auch Teilzeitausbildungen für junge Eltern, die Integration ausländischer Fachkräfte mit im Ausland erworbenen Berufsausbildungen sowie die zunehmende Akademisierung der Gesundheitsfachberufe, in der Theorie und Praxis weiterhin eng verzahnt werden sollen. In diesem Zuge übernimmt die Akademie des UKL nun die Praxisausbildung des neuen Studiengangs Hebammenkunde der Universität Leipzig.

"Das Feld der beruflichen Bildung im Gesundheitswesen ist derzeit extrem stark in Bewegung und bietet auch zukünftig viele spannende Aufgaben, für die wir mit der Akademie als zentralem Bildungspartner für unsere Auszubildenden und Beschäftigten aber gut gerüstet sind", so Vorstand Dr. Robert Jacob.

Bild: Die Ausbildung, Fort- und Weiterbildung am Universitätsklinikum Leipzig ist jetzt in einer Akademie zusammengeführt worden.

Bildquelle: UKL/Stefan Straube

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